Deutsche Tageszeitung - Studie: Zeugnisnoten fördern Bildungsengagement von Eltern

Studie: Zeugnisnoten fördern Bildungsengagement von Eltern


Studie: Zeugnisnoten fördern Bildungsengagement von Eltern
Studie: Zeugnisnoten fördern Bildungsengagement von Eltern / Foto: © AFP/Archiv

Zeugnisnoten wirken einer Studie zufolge stärker auf das Bildungsengagement von Eltern für ihre Kinder als schriftliche Lernstandsbeschreibungen. Wie die am Mittwoch in Wiesbaden veröffentlichte Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BIB) zeigte, schätzen Eltern die schulischen Leistungen ihrer Kinder in Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften oft höher ein, als sie tatsächlich sind. Diese Fehleinschätzung könne dazu führen, dass Kinder von Eltern nicht ausreichend gefördert würden.

Textgröße ändern:

Lernstandsbeschreibungen ändern daran wenig, wie die Studie weiter ergab. Deutlicher reagieren Eltern hingegen auf Zeugnisnoten. Diese könnten sehr wohl helfen, das Missverständnis zu korrigieren. Gleiches gilt den Angaben zufolge für persönliche Gespräche mit Lehrkräften.

"Väter und Mütter, die präzisere Informationen zum Leistungsstand erhielten, lasen häufiger mit ihren Kindern und spielten öfter mit ihnen", erklärte die BIB-Bildungsforscherin Elena Ziege. Dies gelte "insbesondere, wenn es sich um das erste Zeugnis im Schulverlauf handelte".

Eltern bräuchten daher gut verständliche, strukturierte und frühzeitige Informationen über die schulischen Leistungen ihrer Kinder, hieß es weiter. Dies sei besonders für benachteiligte Familien wichtig. Die Studie beschränkt sich in ihren Aussagen auf das erste Grundschuljahr.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Pentagon beendet akademische Zusammenarbeit mit Uni Harvard

Das US-Verteidigungsministerium beendet seine Zusammenarbeit mit der Elite-Universität. Soldaten würden künftig nicht mehr für Studienprogramme nach Harvard geschickt, kündigte Verteidigungsminister Pete Hegseth am Freitag (Ortszeit) an. Die Harvard-Universität wird von der Regierung von Präsident Donald Trump schon seit vergangenem Jahr massiv unter Druck gesetzt. Die Regierung wirft Harvard und anderen Elite-Hochschulen des Landes vor, von linksgerichteten Anschauungen geprägt zu sein.

Studie: Herkunft entscheidet früh über Bildungschancen

Eltern mit hohem Bildungs- und Einkommensniveau investieren deutlich mehr Zeit und Geld in die Förderung ihrer Kinder als sozial schlechter gestellte Eltern. Das geht aus einer am Mittwoch in Wiesbaden veröffentlichten Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BIB) hervor. Kinder und Jugendliche aus bildungsferneren Haushalten verbringen demnach durchschnittlich knapp 20 Minuten pro Tag weniger Zeit mit ihren Eltern mit Lesen, Vorlesen, Hausaufgaben oder Gesprächen als Kinder aus Akademikerhaushalten.

Studie: Nachfrage nach staatlicher Studienunterstützung sinkt weiter

Die Nachfrage nach staatlicher finanzieller Unterstützung während des Studiums sinkt weiter. 2024 bezogen nur 15,1 Prozent der Studierenden in Deutschland Bafög, Stipendien oder Studienkredite, wie das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) am Donnerstag in Gütersloh mitteilte. Das waren 1,7 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Frauen beginnen häufiger ein MINT-Studium - neuer Höchststand

Frauen entscheiden sich immer häufiger für ein Studium im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Der Frauenanteil unter den Erstsemestern in solchen MINT-Fächern lag im Studienjahr 2024 bei 36 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Das sei ein neuer Höchststand. Zehn Jahre zuvor betrug der Frauenanteil im ersten Fachsemester in diesem Bereich erst 31 Prozent.

Textgröße ändern: