Deutsche Tageszeitung - Ausschreitungen in Albanien: Regierung macht "ausländische Hände" verantwortlich

Ausschreitungen in Albanien: Regierung macht "ausländische Hände" verantwortlich


Ausschreitungen in Albanien: Regierung macht "ausländische Hände" verantwortlich
Ausschreitungen in Albanien: Regierung macht "ausländische Hände" verantwortlich / Foto: © AFP

Nach den gewaltsamen Protesten gegen die Regierung in Albanien hat Ministerpräsident Edi Rama zur Ruhe aufgerufen und eine Einmischung aus dem Ausland für die Ausschreitungen verantwortlich gemacht. Die Proteste hätten "absolut nichts" mit den schwierigen Lebensbedingungen zu tun oder dem legitimen Wunsch nach Verbesserung, sagte Rama am Freitag. "Ausländische Hände" würden die Unruhen befeuern, um den EU-Beitritt Albaniens zu behindern. Die Proteste hielten unterdessen in der Hauptstadt Tirana an.

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"Das ist alles das Werk der gleichen Hand, der Hand, die die albanische Opposition an der Kehle gepackt hat, der Hand, die Albanien mehr als einmal niedergebrannt und zerstört hat", hieß es einem von Rama im Onlinedienst Facebook veröffentlichten Video, ohne dass er seine Aussage weiter erläuterte. "Das sind ausländische Hände, die nicht wollen, dass Albanien in Frieden lebt", sagte er lediglich. Am Vortag hatte er Vertreter der Opposition für die Ausschreitungen verantwortlich gemacht.

Seit dem vergangenen Dienstag kommt es in Tirana und anderen albanischen Städten zu gewalttätigen Demonstrationen, bei denen wegen schlechter Studienbedingungen und hoher Gebühren Ramas Rücktritt gefordert wird. Dabei wurde am Donnerstag der Eingang des Finanzministeriums in Brand gesetzt und die Fenster eines Universitätskomplexes eingeworfen. Ein AFP-Reporter beobachtete, wie Schaufensterscheiben eingeschlagen und Geschäfte geplündert wurden. Der Polizei zufolge kam es am Abend zu 160 Festnahmen. Laut den Behörden wurden mehrere Dutzend Menschen, zumeist Polizisten, bei den Ausschreitungen verletzt.

Am Freitagmorgen marschierten abermals hunderte Demonstranten zum Bildungsministerium, das weiter im Zentrum der Proteste steht. Gegen Mittag wirkte Tirana nach Einschätzung von AFP-Reportern indes ruhiger als in den vergangenen Tagen.

In Albanien finden seit Ende Mai immer wieder Proteste gegen die Regierung statt. Auslöser waren Pläne für ein Luxus-Hotelprojekt in einem Küstennaturschutzgebiet. Das Projekt steht mit der Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka Trump, und ihrem Ehemann Jared Kushner in Zusammenhang und löste Proteste gegen mutmaßliche Korruption und mangelnde Transparenz aus.

(O.Zhukova--DTZ)

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In Albanien haben sich die von Studenten angeführten Proteste gegen die Regierung und für bessere Studienbedingungen von der Hauptstadt Tirana auf mehrere kleinere Städte im Land ausgeweitet. In Tirana kam es am Donnerstag bereits am dritten Tag in Folge zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, auch in Shkodra im Nordwesten sowie in Küstenstädten im Süden gingen Menschen auf die Straße.

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