Deutsche Tageszeitung - Prozess gegen mutmaßliche Entführer einer betagten Hotel-Erbin in Nizza eröffnet

Prozess gegen mutmaßliche Entführer einer betagten Hotel-Erbin in Nizza eröffnet


Prozess gegen mutmaßliche Entführer einer betagten Hotel-Erbin in Nizza eröffnet
Prozess gegen mutmaßliche Entführer einer betagten Hotel-Erbin in Nizza eröffnet / Foto: ©

Vor dem Schwurgericht im südfranzösischen Nizza ist am Montag der Prozess gegen 13 Verdächtige angelaufen, die im Oktober 2016 an der Entführung der vermögenden Hotel-Erbin Jacqueline Veyrac beteiligt gewesen sein sollen. Als mutmaßlicher Anführer der Kidnapper-Bande muss sich ein 67-jähriger Italiener verantworten. Veyrac gelang damals mit Hilfe eines Passanten nach 48 Stunden, aus einem gestohlenen Kleintransporter freizukommen, in den sie von den Kidnappern eingesperrt worden war. Ein Lösegeld wurde nicht gezahlt.

Textgröße ändern:

Veyrac nahm an der Prozesseröffnung nicht teil, aber es wurde erwartet, dass sie am Donnerstag erscheint, um eine Aussage zu machen. Der Prozess soll bis zum 29. Januar dauern.

Der 67-jährige Italiener muss sich wegen Entführung und versuchter organisierter Erpressung verantworten. Er soll bereits 2013 aus Rache eine Entführung Veyracs versucht haben, weil sie ihn aus seiner Funktion als Manager des bekannten Restaurants "Brice de Nice" entlassen hatte. Er befindet sich seit 2016 im Gefängnis und muss mit einer lebenslangen Haftstrafe rechnen. Mit den Einnahmen aus der Lösegeld-Erpressung wollte er nach den bisherigen Ermittlungen ein eigenes Restaurant aufmachen.

Die Ermittlungsbehörden stützen sich in dem Fall unter anderem auf DNA-Spuren aus dem Kleintransporter, in dem Veyrac eingesperrt war. Zu den Mitangeklagten zählen ein 50-jähriger früherer Boulevard-Journalist und Privatdetektiv, der ein Teil-Geständnis ablegte, und ein 52-jähriger englischer Obdachloser, der sich ebenfalls zu einer Beteiligung an der Führung bekannte und den 67-jährigen Italiener belastete.

Zu den übrigen Angeklagten zählen drei Männer aus einem berüchtigten Viertel von Nizza, die unter den Spitznamen "Longo", "Der Zahnlose" und "Ali mit den blauen Augen" bekannt sind und in der Gang als eigentliche Entführer aufgetreten sein sollen. Zu Veyracs Besitztümern zählt das "Grand Hotel" in Cannes, in dem sich während des jährlichen Film-Festivals in der südfranzösischen Küstenstadt das internationale Jet Set ein Stelldichein gibt.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Leo XIV. wünscht "Frohe Ostern" und ruft zu Frieden in der Welt auf

Erstmals seit seinem Amtsantritt hat Papst Leo XIV. am Sonntag die Ostermesse auf dem Petersplatz geleitet und den päpstlichen Segen "Urbi et Orbi" gesprochen. In mehreren Sprachen, unter anderem auf Deutsch, wünschte er "Frohe Ostern". Zugleich rief der Papst nachdrücklich zu Frieden in der Welt auf. "Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen", der solle sich "für den Frieden" entscheiden. Dieser Frieden müsse durch "Dialog" erreicht werden.

Leo XIV. leitet erstmals Ostermesse und spricht Segen "Urbi et Orbi"

Erstmals seit seinem Amtsantritt wird Papst Leo XIV. am Sonntag die Ostermesse auf dem Petersplatz leiten und den päpstlichen Segen "Urbi et Orbi" sprechen. Zu der Messe - bei der Leos Vorgänger Franziskus im vergangenen Jahr zum letzten Mal öffentlich aufgetreten war - werden zehntausende Gläubige erwartet. Den traditionellen Segen "Der Stadt und dem Erdkreis" will der Papst um 12.00 Uhr sprechen.

Sprengstoffangriff auf pro-israelische Organisation in den Niederlanden

In den Niederlanden ist ein Sprengstoffangriff auf eine pro-israelische Organisation verübt worden. Wie eine Polizeisprecherin am Samstag der Nachrichtenagentur AFP sagte, kam es am Vorabend vor dem Gebäude der Nichtregierungsorganisation Christen für Israel in der Stadt Nijkerk zu einer Detonation. Verletzt wurde niemand: In dem Gebäude hielt sich zum Tatzeitpunkt niemand auf. Es sei aber leichter Sachschaden entstanden.

Seit mehr als einem Jahr auf der Flucht: Mafia-Boss in Luxusvilla aufgespürt

Nach mehr als einem Jahr auf der Flucht ist in Italien ein berüchtigter Mafia-Boss festgenommen worden. Der wegen Mordes gesuchte Roberto Mazzarella sei in "einer Luxusvilla an der Amalfiküste" aufgespürt worden, teilte die Polizei am Samstag mit. Der Chef des Mazzarella-Clans der neapolitanischen Camorra habe bei seiner Festnahme im Ort Vietri sul Mare keinen Widerstand geleistet.

Textgröße ändern: