Deutsche Tageszeitung - Studie: Großteil der Corona-Kranken leidet noch nach sechs Monaten unter Symptomen

Studie: Großteil der Corona-Kranken leidet noch nach sechs Monaten unter Symptomen


Studie: Großteil der Corona-Kranken leidet noch nach sechs Monaten unter Symptomen
Studie: Großteil der Corona-Kranken leidet noch nach sechs Monaten unter Symptomen / Foto: ©

Lange Last durch Corona-Erkrankung: Einer Langzeitstudie im chinesischen Wuhan zufolge leidet ein Großteil der Betroffenen noch ein halbes Jahr später unter mindestens einem Symptom der Virusinfektion. Im Streit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um den Start der Experten-Untersuchung zur Erforschung des Ursprungs des Coronavirus gab Peking am Samstag nach eigenen Angaben nun endlich grünes Licht. In der Provinz Hebei versuchen die Behörden derweil fieberhaft, mehrere Infektionsherde durch weitere strenge Maßnahmen einzudämmen.

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Für die am Samstag in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Untersuchung wurden insgesamt 1655 ehemalige Patienten Monate nach ihrer Behandlung im Krankenhaus erneut untersucht. Es handelt sich um eine der ersten Langzeitstudien über die Folgen einer Corona-Erkrankung.

Die Autoren fanden heraus, dass 76 Prozent der Covid-19-Patienten, die zwischen Januar und Mai in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan im Krankenhaus behandelt wurden, die Symptome der Krankheit auch sechs Monate nach ihrer Entlassung nicht vollständig überwunden hatten. 1265 von ihnen klagten demnach weiter über mindestens ein Corona-Symptom. Am häufigsten nannten sie demnach Müdigkeit und Muskelschwäche. Viele klagten zudem über Schlafstörungen.

In der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan war das Coronavirus Ende vergangenen Jahres erstmals aufgetreten. Die ersten Ansteckungen, die die WHO nachträglich als Corona-Infektionen einstufte, reichen bis zum 8. Dezember 2019 zurück. Seitdem hat sich der Erreger weltweit rasant ausgebreitet.

Um die Ursprünge des Virus zu erforschen, sollte Anfang des Jahres ein Expertenteam der WHO nach China reisen. Doch laut der WHO verzögerte Peking den Start der Mission. Nach Aussage der Nationalen Gesundheitskommission ist China nun "bereit" für die Ankunft der WHO-Experten. "Der genaue Zeitpunkt" für das Eintreffen der Experten werde derzeit festgelegt, sagte der Vize-Chef der Gesundheitskommission, Zeng Yixin.

Das zehnköpfige internationale Team, darunter der Experte Fabian Leendertz vom Robert-Koch-Institut in Berlin, sollte eigentlich bereits Anfang Januar nach China aufbrechen. Die Mission soll fünf bis sechs Wochen dauern, wobei die Experten die ersten zwei Wochen in Quarantäne bleiben müssen.

Am vergangenen Dienstag hatte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärt, dass es beim Start der Mission Hürden gebe. Der WHO-Chef zeigte sich "sehr enttäuscht" darüber, dass die chinesischen Behörden noch nicht alle erforderlichen Genehmigungen ausgestellt hätten.

Für China ist die WHO-Mission heikel. China sieht sich international mit Vorwürfen konfrontiert, es wolle eine Verantwortung für den Ausbruch der Pandemie vertuschen. Zunächst hatte Peking eine unabhängige internationale Untersuchung der Ursprünge des Virus verweigert.

Derweil verschärften die chinesischen Behörden im Kampf gegen einen neuen Corona-Ausbruch den Lockdown über die zwei Millionenstädte Shijiazhuang und Xingtai. In beiden Metropolen gilt für die insgesamt 18 Millionen Einwohner nun eine einwöchige Ausgangssperre, wie die Behörden in der Nacht zum Samstag bekanntgaben. Bereits am Freitag waren die Städte südlich von Peking komplett von der Außenwelt abgeriegelt worden.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in China ist in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit sechs Monaten gestiegen. Haupt-Infektionsherd ist die an Peking angrenzende Provinz Hebei, in der Shijiazhuang und Xingtai liegen, aus der in der vergangenen Woche über 300 Corona-Fälle gemeldet wurde. Kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest sind die Behörden alarmiert.

Mit strikten Maßnahmen wie der Abriegelung ganzer Städte und Regionen sowie Massentests hatte das Land das Infektionsgeschehen vor einem Jahr unter Kontrolle gebracht.

(W.Uljanov--DTZ)

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