Deutsche Tageszeitung - Studie zu Psyche: "Bis zu gewissem Grad sind wir alle Patienten in der Pandemie"

Studie zu Psyche: "Bis zu gewissem Grad sind wir alle Patienten in der Pandemie"


Studie zu Psyche: "Bis zu gewissem Grad sind wir alle Patienten in der Pandemie"
Studie zu Psyche: "Bis zu gewissem Grad sind wir alle Patienten in der Pandemie" / Foto: ©

Frauen und jüngere Menschen fühlen sich in der Corona-Pandemie überdurchschnittlich psychisch belastet. Das zeigt eine seit März laufende Studie der Universität Duisburg-Essen mit fast 25.000 Menschen, wie die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) am Donnerstag berichtete. Bei Frauen könnte dies an der häufigen Doppelbelastung durch Homeoffice und Homeschooling liegen. Heranwachsenden wiederum setzen vermutlich Bildungssorgen und die fehlenden Kontakte mit Gleichaltrigen zu.

Textgröße ändern:

Insgesamt ergab die Umfrage, dass mit 65 Prozent rund zwei Drittel der Befragten unter psychisch belastendem Stress und eine Mehrheit von 59 Prozent an coronabezogener Furcht leiden. "Man könnte sagen: Bis zu einem gewissen Grad sind wir alle Patienten in der Pandemie", erklärte Martin Teufel vom Universitätsklinikum Tübingen und DGPM-Experte.

An den Daten sei zudem klar erkennbar gewesen, dass die Fernsehansprache von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im März 2020 "Angst und Depression in der deutschen Bevölkerung reduzierte". Dies zeige, wie wichtig es in Krisensituationen sei, dass Regierungen transparent und verständlich informierten. Wer sich gut informiert fühle oder Vertrauen in die staatlichen Maßnahmen habe, leide weniger unter Corona-Angst, betonte Teufel.

Als Formen einer "Pseudokontrolle" sehen die Experten hingegen beispielsweise das massenhafte Horten von Toilettenpapier oder hochkalorischen Lebensmitteln. Aber auch das vollständige Leugnen der Gefährlichkeit des Virus oder gar Verschwörungserzählungen könnten eine Art psychologischer Abwehrmechanismen sein, um mit Unsicherheit und Angst umzugehen.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Minneapolis: US-Regierung zieht 700 Einsatzkräfte ab

Gut zehn Tage nach den tödlichen Schüssen auf den US-Bürger Alex Pretti in Minneapolis hat die US-Regierung den sofortigen Abzug von 700 Einsatzkräften aus dem Bundesstaat Minnesota angekündigt. Der Grenzbeauftragte von Präsident Donald Trump, Tom Homan, sagte am Mittwoch in Minneapolis, dazu gehörten Angehörige der Einwanderungsbehörde ICE wie auch der Grenzschutzagentur CBP.

Lange Haftstrafen für Schleusungen von Chinesinnen zur Prostitution in Hessen

Weil sie Frauen aus China zur Prostitution nach Deutschland schleusten und Steuern hinterzogen, hat das Landgericht Wiesbaden drei Angeklagte zu langen Haftstrafen verurteilt. Die beiden Hauptangeklgten sollen für siebeneinhalb Jahre sowie sechs Jahre und drei Monate ins Gefängnis, wie eine Gerichtssprecherin am Mittwoch mitteilte. Ein dritter Angeklagter erhielt eine Strafe von drei Jahren und neun Monaten.

Mette-Marits Sohn gesteht "viel Sex, viel Drogen und viel Alkohol"

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit in Norwegen hat Marius Borg Hoiby ein Leben im Exzess mit "viel Sex, viel Drogen und viel Alkohol" gestanden. Grund dafür sei sein "extrem hohes Bedürfnis nach Anerkennung", sagte der 29-Jährige am Mittwoch unter Tränen vor Gericht in Oslo. Die Vergewaltigungsvorwürfe wies er zugleich erneut zurück.

In Sonderzug nach Saarbrücken: Fußballfan beleidigt Reinigungskräfte rassistisch

Ein bislang unbekannter Fußballfan soll in einem Sonderzug zu einem Drittligaspiel drei im Zug tätige Reinigungskräfte rassistisch beleidigt haben. Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Samstag während der Anreise von rund 900 Fans des VfL Osnabrück zu einem Auswärtsspiel nach Saarbrücken, wie die Bundespolizei in Bad Bentheim am Mittwoch mitteilte. Der Vredächtige die aus Somalia stammenden Männer unter anderem als Affen diskriminiert haben.

Textgröße ändern: