Deutsche Tageszeitung - Virologe Fauci spricht von "befreiendem Gefühl" unter Biden

Virologe Fauci spricht von "befreiendem Gefühl" unter Biden


Virologe Fauci spricht von "befreiendem Gefühl" unter Biden
Virologe Fauci spricht von "befreiendem Gefühl" unter Biden / Foto: ©

Bei seinem ersten Briefing im Auftrag der neuen US-Regierung hat der führende Virologe Anthony Fauci über sein schwieriges Verhältnis zum früheren Präsidenten Donald Trump gesprochen. Es sei für ihn "befreiend", nun ohne Sorge wegen möglicher negativer "Rückwirkungen" über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Corona-Pandemie sprechen zu können, sagte Fauci am Donnerstag zu Journalisten im Weißen Haus.

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Der 80-jährige erfahrene Virologe hatte mit seinen ungeschminkten Einschätzungen zu der Pandemie immer wieder den Unmut Trumps auf sich gezogen. Fauci, der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten ist, hatte früher Trumps Beraterstab angehört. Nun berät er Biden, der am Mittwoch sein Amt angetreten hatte.

Fauci sagte, die neue Regierung wolle alle ihre Maßnahmen gegen die Pandemie auf die "Wissenschaft und Beweise" stützen. Von der vorherigen Regierung seien hingegen "unangenehme", weil nicht auf wissenschaftliche Fakten gestützte Botschaften verbreitet worden, wie etwa die Empfehlung des Malaria-Mittels Hydroxychloroquin gegen die Corona-Infektion. Dass er nun "die Wissenschaft sprechen lassen" könne, sei "irgendwie ein befreiendes Gefühl", merkte der Virologe an.

Biden stellte am Donnerstag im Weißen Haus einen rund 200 Seiten langen Aktionsplan im Kampf gegen das Coronavirus vor. Dabei machte er ebenfalls deutlich, dass Wissenschaftler unter seiner Regierung künftig keine "politische Einmischung" in ihre Arbeit zu befürchten hätten.

Gleichzeitig kündigte der Präsident an, dass Reisende nach ihrer Ankunft in den USA künftig in Quarantäne müssen. "Jeder, der aus einem anderen Land in die USA fliegt, wird sich testen lassen müssen, bevor er das Flugzeug besteigt, (...) und sich in Quarantäne begeben müssen, wenn er in den USA ankommt", sagte er.

Nähere Angaben machte Biden zunächst nicht. In einem von ihm unterzeichneten Dekret heißt es, von Reisenden aus dem Ausland solle verlangt werden, die Richtlinien der US-Gesundheitsbehörde CDC zu internationalen Reisen einzuhalten, einschließlich zu "Selbst-Quarantäne oder Selbst-Isolierung".

Die CDC hatte bereits vergangene Woche angekündigt, dass vor Flugreisen in die USA künftig ein negativer Corona-Test verlangt wird. Die Maßnahme tritt demnach am 26. Januar in Kraft. Zugleich empfahl die Behörde, in den sieben Tagen nach Einreise zu Hause zu bleiben - es handelte sich aber lediglich um eine Empfehlung.

(Y.Leyard--DTZ)

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