Deutsche Tageszeitung - Astrazeneca kann weniger Impfstoff als geplant in EU liefern

Astrazeneca kann weniger Impfstoff als geplant in EU liefern


Astrazeneca kann weniger Impfstoff als geplant in EU liefern
Astrazeneca kann weniger Impfstoff als geplant in EU liefern / Foto: ©

Nach Lieferengpässen beim Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer gibt es auch Probleme mit den geplanten Lieferungen des Vakzins von Astrazeneca in die EU. Es könnten weniger Dosen als vorgesehen versendet werden, teilte eine Sprecherin der Pharmafirma am Freitag mit. Grund seien Probleme in einer Produktionsstätte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet dennoch damit, dass im kommenden Monat größere Mengen des Vakzins verimpft werden können. Die französische Regierung forderte die Hersteller Biontech und Pfizer unterdessen auf, die vereinbarten Liefermengen einzuhalten.

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Der Impfstoff von Astrazeneca ist in der EU noch nicht zugelassen. Am 29. Januar könnte die EU-Arzneimittelbehörde EMA aber grünes Licht geben. Wie groß die Ausfälle sein werden, sagte die Sprecherin des Unternehmens nicht. "Wir werden im Februar und März dutzende Millionen Dosen an die Europäische Union liefern, und wir erhöhen weiterhin die Produktionsmengen."

Trotz der Schwierigkeiten zeigte sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zuversichtlich, dass das Mittel von Astrazeneca schon im Februar in maßgeblichen Mengen verimpft werden könne. Nach der Zulassung werde es "dann auch im Februar Lieferungen geben von Astrazeneca und zwar in einer Größenordnung, da bin ich weiterhin zuversichtlich, die schon im Februar einen Unterschied machen wird im Vergleich zu wenn wir Astrazeneca nicht hätten", sagte Spahn in den ARD-"Tagesthemen".

Der Minister betonte, das Impfangebot werde "Zug um Zug, Tag um Tag, Woche um Woche verlässlicher und besser", da sei er "weiterhin optimistisch". Gleichzeitig stecke das Land jetzt in einer Phase, die "nochmal besonders schwer ist".

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides kritisierte den Hersteller. Sowohl die EU-Kommission als auch die Mitgliedsstaaten hätten "tiefe Unzufriedenheit" gezeigt. Die Staaten seien für die Planung ihrer Impfkampagnen auf einen genauen Zeitplan der Produzenten angewiesen, schrieb sie im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Das Vakzin von Astrazeneca bleibt anders als die Konkurrenzprodukte der Firmen Pfizer und Biontech sowie Moderna bei deutlich höheren Temperaturen stabil und könnte somit auch von Hausärzten verimpft werden.

Astrazeneca beantragte in der vergangenen Woche die Zulassung in der EU, in vielen anderen Staaten wird dessen Wirkstoff bereits verabreicht. In der EU sind bislang nur die beiden Impfstoffe von Pfizer/Biontech sowie Moderna zugelassen.

Der US-Hersteller Pfizer hatte vergangene Woche mitgeteilt, seine Lieferungen für drei bis vier Wochen zu verringern. Grund seien Umbaumaßnahmen im Pfizer-Werk im belgischen Puurs. Am Donnerstag erklärte Pfizer zudem, weniger Ampullen an die Besteller-Länder zu liefern. Der Konzern begründete dies mit einer Stellungnahme der EU-Arzneimittelbehörde EMA, wonach aus jedem Fläschchen bis zu sechs Impfdosen gezogen werden könnten. Bisher ging Pfizer von fünf Dosen pro Flakon aus - und berechnete entsprechend die Zahl der zu liefernden Ampullen.

Die französische Regierung mahnte Pfizer am Freitag, unabhängig von der Zahl der Dosen die bestellte Menge an Ampullen zu liefern. "Die Lieferungen erfolgen in Fläschchen. Das Thema der Zahl an Dosen pro Fläschchen ändert für das Industrieunternehmen nichts", sagte Frankreichs EU-Staatssekretär Clément Beaune im Fernsehen.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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