Deutsche Tageszeitung - Ministerin in Sri Lanka nach Werbung für Wundermittel mit Coronavirus infiziert

Ministerin in Sri Lanka nach Werbung für Wundermittel mit Coronavirus infiziert


Ministerin in Sri Lanka nach Werbung für Wundermittel mit Coronavirus infiziert
Ministerin in Sri Lanka nach Werbung für Wundermittel mit Coronavirus infiziert / Foto: ©

Zum Schutz vor einer Corona-Infektion hatte Sri Lankas Gesundheitsministerin Pavithra Wanniarachchi zur Einnahme umstrittener Wundermittel aufgerufen - nun hat sie sich selbst mit dem Virus infiziert. Ein Antigen-Test bei Wanniarachchi sei positiv ausgefallen, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Die Ministerin sei zur Selbstisolation aufgerufen worden, auch ihre "unmittelbaren Kontaktpersonen" seien unter Quarantäne gestellt worden.

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Wanniarachchi hatte für die Einnahme eines von einem angeblichen Wunderheiler hergestellten Zaubertranks geworben und diesen auch öffentlich zu sich genommen. Später stellte sich heraus, dass das Getränk vor allem aus Honig und Muskatnuss bestand. Der Hersteller Dhammika Bandara hatte behauptet, die Flüssigkeit sorge für einen lebenslangen Schutz vor einer Corona-Infektion.

Ärzte in Sri Lanka hatten darauf hingewiesen, dass es keinerlei wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit des sirupartigen Getränks gebe. Trotzdem waren tausende Menschen unter Missachtung der geltenden Corona-Maßnahmen im Dezember in Bandaras Dorf im Zentrum des Landes gereist, um das Elixir zu erwerben.

Regierungsnahe Medien hatten ausführlich über den Wunderheiler berichtet, der das Rezept für sein Anti-Corona-Getränk von der hinduistischen Göttin Kali erhalten haben will. Die Regierung hat sich inzwischen aber von Bandara distanziert.

Wanniarachchi war im November auch der Empfehlung eines selbsternannten Gottmenschen gefolgt und hatte "gesegnetes" Wasser in einen Fluss gekippt, um auf diese Weise die Pandemie zu beenden.

In Sri Lanka breitet sich das Coronavirus derzeit stark aus. Hatten sich bis Oktober rund 3300 Menschen in dem südasiatischen Inselstaat mit dem Erreger infiziert, stieg die Zahl auf zuletzt fast 57.000. 278 Menschen starben in dem Land seit Pandemie-Beginn im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Am Freitag genehmigten die Behörden in Sri Lanka den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca.

(A.Nikiforov--DTZ)

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