Deutsche Tageszeitung - Rutte verurteilt Ausschreitungen und Plünderungen in niederländischen Städten

Rutte verurteilt Ausschreitungen und Plünderungen in niederländischen Städten


Rutte verurteilt Ausschreitungen und Plünderungen in niederländischen Städten
Rutte verurteilt Ausschreitungen und Plünderungen in niederländischen Städten / Foto: ©

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat die Ausschreitungen bei Protesten gegen die nächtliche Ausgangssperre zur Eindämmung der Corona-Pandemie verurteilt. Rutte sprach am Montag von "krimineller Gewalt", die sich bei den Protesten in mehreren Städten Bahn gebrochen habe. Laut niederländischen Medienberichten nahm die Polizei rund 250 Teilnehmer der Proteste fest. Die Protestierenden plünderten Geschäfte, setzten Autos und eine Coronavirus-Teststation in Brand.

Textgröße ändern:

"Das ist nicht hinnehmbar", sagte Rutte. "Alle normalen Menschen werden dies mit Entsetzen verfolgen." In Amsterdam setzte die Polizei Wasserwerfer und Hunde gegen die rund 1500 Demonstranten ein, die sich in der Nähe des Van-Gogh-Museums versammelt hatten.

In Eindhoven trieb die Polizei hunderte Demonstranten mit Tränengas auseinander, wie der Regionalsender Omroep Brabant berichtete. Mehrere Fahrzeuge seien in Brand gesteckt und Geschäfte am Hauptbahnhof geplündert worden.

Der Bürgermeister von Eindhoven, John Jorritsma, verglich die Lage mit einem "Bürgerkrieg" und forderte den Einsatz der Armee. Die niederländische Bahngesellschaft NS rief Reisende auf, den Eindhovener Hauptbahnhof zu meiden. Der Zugverkehr wurde kurzzeitig unterbrochen. Mindestens 30 Menschen wurden nach Polizeiangaben in der Stadt festgenommen.

Ausschreitungen gab es auch in Den Haag, Breda, Arnheim, Tilburg, Appeldoorn, Venlo und Roermond. Bei Protesten am Samstagabend war bereits ein Corona-Testzentrum in der nördlichen Ortschaft Urk in Brand gesteckt worden. Gesundheitsminister Hugo de Jonge sagte, damit hätten die Brandstifter "alle Grenzen" überschritten.

Das Ausgangsverbot zwischen 21.00 Uhr und 04.30 Uhr war am Samstag in Kraft getreten. Verstöße werden mit einem Bußgeld von 95 Euro geahndet. Es ist die erste Ausgangssperre in dem EU-Land seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie soll zunächst bis zum 9. Februar in Kraft bleiben und bei der Eindämmung der besonders ansteckenden Coronavirus-Variante helfen, die zuerst in England festgestellt worden war.

Mitte Januar hatte die Regierung in Den Haag bereits den Lockdown bis zum 9. Februar verlängert. Schulen, Restaurants und die meisten Geschäfte sind geschlossen. Zudem darf sich nicht mehr als ein Gast bei einem anderen Haushalt aufhalten. Ausnahmen gelten für Menschen, die zur Arbeit fahren müssen, für Beerdigungen und für das Ausführen von Hunden. Das niederländische Parlament stimmte der Ausgangssperre zu.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Nach Angriff auf SPD-Politiker Ecke in Dresden: Drei Angeklagte kommen vor Gericht

Knapp drei Jahre nach dem Angriff auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke in Dresden kommen drei Tatverdächtige vor Gericht. Das Amtsgericht der sächsischen Landeshauptstadt ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft zu, wie es am Freitag mitteilte. Ecke war im Mai 2024 beim Aufhängen von Wahlplakaten angegriffen und dabei so schwer verletzt worden, dass er operiert werden musste.

Sonderermittlerin soll mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni untersuchen

Rund zwei Jahre nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell hat der Bundesstaat New York eine Sonderermittlerin berufen. Gouverneurin Kathy Hochul betraute die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit dem Fall. Beide wollten am Freitag vor die Presse treten.

Bayern: Mehr als sechs Jahre Haft für Syrer wegen Einschleusens von Ausländern

Wegen der mehrfachen Schleusung von illegalen Einwanderern ist ein 32-jähriger Syrer in Bayern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Traunstein sprach ihn unter anderem des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. In das Strafmaß wurde auch ein Urteil vom April mit einbezogen.

Mutter von Drillingen erstochen - Ehemann in Osnabrück wegen Mordes verurteilt

Weil er seine Frau erstochen haben soll, soll ein Mann aus Niedersachsen lange ins Gefängnis. Das Landgericht Osnabrück verurteilte ihn am Freitag nach Angaben eines Sprechers wegen Mordes und verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Mann hatte demnach im Prozess gestanden, seine Frau, eine Mutter von Drillingen, getötet zu haben.

Textgröße ändern: