Deutsche Tageszeitung - Medien: Großbritannien könnte Reiserückkehrer zu Quarantäne in Hotels verpflichten

Medien: Großbritannien könnte Reiserückkehrer zu Quarantäne in Hotels verpflichten


Medien: Großbritannien könnte Reiserückkehrer zu Quarantäne in Hotels verpflichten
Medien: Großbritannien könnte Reiserückkehrer zu Quarantäne in Hotels verpflichten / Foto: ©

Britische Bürger, die aus Corona-Risikogebieten nach Großbritannien zurückkehren, könnten Medienberichten zufolge künftig in Hotels unter Quarantäne gestellt werden. Wie die britische Zeitung "Times" und die BBC am Mittwoch berichteten, erwägt die britische Regierung verschärfte Regeln, die für Reiserückkehrer einen verpflichtenden zehntägigen Aufenthalt in Hotels nahe des Flughafens vorsehen.

Textgröße ändern:

Die Regelungen könnten den Berichten zufolge für die Einreise aus rund 30 Ländern gelten, die von Großbritannien als Risikogebiete in Verbindung mit neu entdeckten Corona-Mutanten eingestuft wurden, darunter Südafrika, Cap Verde und Portugal. Für Menschen ohne die britische Staatsbürgerschaft ist die Einreise aus diesen Ländern bereits untersagt worden.

Die zehntägige Quarantäne im Hotel koste zurückkehrende Briten umgerechnet rund 1700 Euro, berichteten die Medien. Mahlzeiten sollen dabei vor die Zimmertür geliefert werden und der gesamte Aufenthalt werde von Sicherheitskräften überwacht.

Die "Times" berichtete, unter den Ministern herrsche Uneinigkeit darüber, ob eine verpflichtende Quarantäne in Hotels nur für Einreisende aus den rund 30 Risikogebieten oder für alle Reiserückkehrer gelten solle.

Der Minister für Wohnungswesen und Kommunalverwaltung, Robert Jenrick, sagte dem Sender Sky News, die Regierung werde "weitere Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass weniger Personen zurückkehren", nannte aber keine Details.

Großbritannien wurde europaweit am härtesten von der Corona-Pandemie getroffen. Es hat als fünftes Land weltweit die Marke von 100.000 Todesfällen überschritten, nachdem am Dienstag weitere 1631 Corona-Tote registriert worden waren. Da seit Dezember eine ansteckendere Virusvariante im Land für einen sprunghaften Anstieg der Infektionen gesorgt hat, warnen Gesundheitsexperten dass in den kommenden Monaten bis zu 50.000 weitere Menschen sterben könnten.

Premierminister Boris Johnson verhängte Anfang Januar einen dritten landesweiten Lockdown mit Schul- und Geschäftsschließungen. Seit Monatsbeginn müssen alle, die ins Vereinigte Königreich einreisen, einen negativen Corona-Test vorlegen und sich selbst isolieren. Eine verpflichtende Quarantäne in Hotels, wie sie in Australien und Neuseeland zeitweise vorgeschrieben war, könnte eine Überwachung der Einhaltung der Maßnahmen erleichtern.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Nach Angriff auf SPD-Politiker Ecke in Dresden: Drei Angeklagte kommen vor Gericht

Knapp drei Jahre nach dem Angriff auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke in Dresden kommen drei Tatverdächtige vor Gericht. Das Amtsgericht der sächsischen Landeshauptstadt ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft zu, wie es am Freitag mitteilte. Ecke war im Mai 2024 beim Aufhängen von Wahlplakaten angegriffen und dabei so schwer verletzt worden, dass er operiert werden musste.

Sonderermittlerin soll mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni untersuchen

Rund zwei Jahre nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell hat der Bundesstaat New York eine Sonderermittlerin berufen. Gouverneurin Kathy Hochul betraute die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit dem Fall. Beide wollten am Freitag vor die Presse treten.

Bayern: Mehr als sechs Jahre Haft für Syrer wegen Einschleusens von Ausländern

Wegen der mehrfachen Schleusung von illegalen Einwanderern ist ein 32-jähriger Syrer in Bayern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Traunstein sprach ihn unter anderem des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. In das Strafmaß wurde auch ein Urteil vom April mit einbezogen.

Mutter von Drillingen erstochen - Ehemann in Osnabrück wegen Mordes verurteilt

Weil er seine Frau erstochen haben soll, soll ein Mann aus Niedersachsen lange ins Gefängnis. Das Landgericht Osnabrück verurteilte ihn am Freitag nach Angaben eines Sprechers wegen Mordes und verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Mann hatte demnach im Prozess gestanden, seine Frau, eine Mutter von Drillingen, getötet zu haben.

Textgröße ändern: