Deutsche Tageszeitung - Britische Reiserückkehrer aus Hochrisikogebieten müssen in Hotel-Quarantäne

Britische Reiserückkehrer aus Hochrisikogebieten müssen in Hotel-Quarantäne


Britische Reiserückkehrer aus Hochrisikogebieten müssen in Hotel-Quarantäne
Britische Reiserückkehrer aus Hochrisikogebieten müssen in Hotel-Quarantäne / Foto: ©

Britische Reiserückkehrer, die aus Corona-Hochrisikogebieten eintreffen, müssen sich zukünftig für zehn Tage in eine Hotel-Quarantäne begeben. Das kündigte Innenministerin Priti Patel am Mittwoch im Parlament in London an, ohne zunächst ein Datum für das Inkrafttreten dieser Regelung zu nennen. Zu den Hochrisikogebieten werden 22 Länder gerechnet, darunter Portugal und Südafrika.

Textgröße ändern:

Die Regelungen beziehen sich auf Länder, in denen neu entdeckte Corona-Mutanten in Umlauf sind. Für Menschen ohne britische Staatsbürgerschaft ist die Einreise aus diesen Ländern bereits untersagt. Die zehntägige Quarantäne im Hotel koste zurückkehrende Briten umgerechnet rund 1700 Euro, berichteten Londoner Medien. Mahlzeiten sollen dabei vor die Zimmertür geliefert werden und der gesamte Aufenthalt werde von Sicherheitskräften überwacht.

Die britische Regierung kündigte an, dass der aktuell bestehende Lockdown bis zum 8. März verlängert werde. Einzelheiten zu den Quarantäne-Regelungen sollten in der kommenden Woche mitgeteilt werden. Die neuen Maßnahmen seien ein "notwendiger Schritt", um die Öffentlichkeit und das laufende "erstklassige Impfprogramm" Großbritanniens zu schützen, sagte Patel. Es müsse verhindert werden, dass neue Mutanten des Virus ins Land eindringen.

Großbritannien wurde europaweit am härtesten von der Corona-Pandemie getroffen. Als fünftes Land der Welt überschritt es die Marke von 100.000 Todesfällen durch Covid-19, nachdem am Dienstag weitere 1631 Corona-Tote registriert worden waren. In Großbritannien wurde auch zuerst eine der neuen Corona-Mutanten entdeckt, die zuletzt für einen sprunghaften Anstieg bei den Infektionen sorgte. Gesundheitsexperten warnen, dass in den kommenden Monaten bis zu 50.000 weitere Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion sterben könnten.

Der aktuelle Lockdown ist bereits der dritte in Großbritannien seit Beginn der Corona-Pandemie. Premierminister Boris Johnson hatte ihn Anfang Januar verhängt, sowohl Schulen als auch die meisten Geschäfte sind seither geschlossen. Seit Monatsbeginn müssen zudem alle, die ins Vereinigte Königreich einreisen, einen negativen Corona-Test vorlegen und sich selbst isolieren. Eine verpflichtende Quarantäne in Hotels, wie sie in Australien und Neuseeland zeitweise vorgeschrieben war, könnte eine Überwachung der Einhaltung der Maßnahmen erleichtern.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Nach Angriff auf SPD-Politiker Ecke in Dresden: Drei Angeklagte kommen vor Gericht

Knapp drei Jahre nach dem Angriff auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke in Dresden kommen drei Tatverdächtige vor Gericht. Das Amtsgericht der sächsischen Landeshauptstadt ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft zu, wie es am Freitag mitteilte. Ecke war im Mai 2024 beim Aufhängen von Wahlplakaten angegriffen und dabei so schwer verletzt worden, dass er operiert werden musste.

Sonderermittlerin soll mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni untersuchen

Rund zwei Jahre nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell hat der Bundesstaat New York eine Sonderermittlerin berufen. Gouverneurin Kathy Hochul betraute die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit dem Fall. Beide wollten am Freitag vor die Presse treten.

Bayern: Mehr als sechs Jahre Haft für Syrer wegen Einschleusens von Ausländern

Wegen der mehrfachen Schleusung von illegalen Einwanderern ist ein 32-jähriger Syrer in Bayern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Traunstein sprach ihn unter anderem des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. In das Strafmaß wurde auch ein Urteil vom April mit einbezogen.

Mutter von Drillingen erstochen - Ehemann in Osnabrück wegen Mordes verurteilt

Weil er seine Frau erstochen haben soll, soll ein Mann aus Niedersachsen lange ins Gefängnis. Das Landgericht Osnabrück verurteilte ihn am Freitag nach Angaben eines Sprechers wegen Mordes und verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Mann hatte demnach im Prozess gestanden, seine Frau, eine Mutter von Drillingen, getötet zu haben.

Textgröße ändern: