Deutsche Tageszeitung - Mindestens 26 Tote und über 170 Vermisste nach Gletscherabbruch in Indien

Mindestens 26 Tote und über 170 Vermisste nach Gletscherabbruch in Indien


Mindestens 26 Tote und über 170 Vermisste nach Gletscherabbruch in Indien
Mindestens 26 Tote und über 170 Vermisste nach Gletscherabbruch in Indien / Foto: ©

Nach einer offenbar durch einen Gletscherabbruch ausgelösten Sturzflut im indischen Himalaya sind bis Montag mindestens 26 Todesopfer geborgen worden. 171 Menschen galten nach Polizeiangaben weiterhin als vermisst, nachdem die Sturzflut aus Wasser und Geröll am Sonntagmorgen durch ein enges Tal gerast war.

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Bei den meisten Vermissten handelt es sich um Angestellte zweier in dem Tal gelegenen Kraftwerke. Zwölf Menschen konnten aus einem durch Schlamm und Felsen verschütteten Tunnel gerettet werden, 34 weitere Arbeiter wurden nach Angaben eines Katastrophenschutzbeamten noch in dem Tunnel vermutet. Er gehe davon aus, dass es Hohlräume mit Luft gebe, sagte er.

Die Zeit drängte. Rettungskräfte mussten sich über einen Abhang zum verschütteten Tunneleingang abseilen. Schweres Gerät war im Einsatz, um Tonnen von Felsen fortzuräumen.

Einer der aus dem Tunnel geborgenen Arbeiter berichtete, er habe sich wie in einem Hollywood-Film gefühlt. "Wir arbeiteten in rund 300 Metern Entfernung vom Eingang, da hörten wir plötzlich Rufe, dass wir sofort rauskommen sollten", sagte der 28-jährige Rajesh Kumar der Nachrichtenagentur AFP. "Wir konnten schon den Ausgang sehen, als das Wasser hereinbrach. Wir dachten, wir würden es nicht mehr schaffen."

Die Gletscher in der Region schrumpfen wegen des Klimawandels seit Jahren in hohem Tempo. Vimlendhu Jha von der örtlichen Umweltschutzorganisation Swechha warnte, die Sturzflut sei eine "düstere Mahnung" an die Erderwärmung und zeige die Folgen des "gefährlichen Baus von Straßen, Bahnstrecken und Kraftwerken in ökologisch sensiblen Gebieten".

Laut einer 2019 veröffentlichten Studie könnten bis zum Jahr 2100 zwei Drittel der Gletscher im auch als "dritter Pol" bezeichneten Himalaya schmelzen, wenn die weltweiten Treibhausgasemissionen nicht drastisch gesenkt werden.

(W.Budayev--DTZ)

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