Deutsche Tageszeitung - Hoffnung auf Überlebende nach Gletscherabbruch in Indien schwindet

Hoffnung auf Überlebende nach Gletscherabbruch in Indien schwindet


Hoffnung auf Überlebende nach Gletscherabbruch in Indien schwindet
Hoffnung auf Überlebende nach Gletscherabbruch in Indien schwindet / Foto: ©

Drei Tage nach der offenbar durch einen Gletscherabbruch ausgelösten Sturzflut im indischen Himalaya rennt den Helfern die Zeit bei der Suche nach den mehr als 170 Vermissten davon. Mit der Zeit sinke auch die Chance, Überlebende zu finden, sagte Piyoosh Rautela vom Katastrophenschutz am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Aber Wunder geschehen", fügte er hinzu. Die Rettungskräfte vermuteten 34 Überlebende in Luftlöchern in einem verschütteten Tunnel.

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Bislang wurden nach Behördenangaben 32 Tote entdeckt. Bis weitere Opfer unter Schutt und Schlamm gefunden werden, könnten noch Tage vergehen. "Wir arbeiten rund um die Uhr", sagte Rautela. Wegen der schieren Masse des Schutts werde es jedoch "eine Weile dauern, das alles fortzuschaffen".

Nach dem Abbruch des Gletschers im indischen Teil des Himalaya-Gebirges war am Sonntag der Dhauliganga-Fluss zu einer Sturzflut angeschwollen. Die Wassermassen rissen Brücken und Straßenabschnitte mit. Zwei Kraftwerke wurden unter den Fluten und Gesteinsmassen begraben. Zahlreiche Dörfer im nördlichen Bundesstaat Uttarakhand wurden evakuiert.

Die Gletscher in der Region schrumpfen wegen des Klimawandels seit Jahren in hohem Tempo. Laut einer 2019 veröffentlichten Studie könnten bis zum Jahr 2100 zwei Drittel der Gletscher im auch als "dritter Pol" bezeichneten Himalaya schmelzen, wenn die weltweiten Treibhausgasemissionen nicht drastisch gesenkt werden.

Weitere mögliche Gründe für das Ausmaß des Unglücks sind der Bau von Dämmen und das Ausbaggern von Flussbetten. Der Untergrund wurde außerdem durch das Abholzen von Bäumen für den Bau von Straßen destabilisiert.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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