Deutsche Tageszeitung - Bündnis aus Firmen und NGOs will Brasiliens Corona-Impfkampagne beschleunigen

Bündnis aus Firmen und NGOs will Brasiliens Corona-Impfkampagne beschleunigen


Bündnis aus Firmen und NGOs will Brasiliens Corona-Impfkampagne beschleunigen
Bündnis aus Firmen und NGOs will Brasiliens Corona-Impfkampagne beschleunigen / Foto: ©

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie verstärken mehrere Länder in Südamerika ihre Bemühungen für eine Immunisierung der Bevölkerung. In Brasilien legten Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen am Dienstag einen Plan zur Beschleunigung der Impfkampagne vor. Peru begann nach einer Lieferung des Vakzins des chinesischen Herstellers Sinopharm mit seinen ersten Impfungen. Argentinien erteilte derweil dem in Indien hergestellten Impfstoff Covishield eine Notfallzulassung.

Textgröße ändern:

"Vereint für die Impfung" heißt die Initiative von brasilianischen Unternehmen und NGOs. Sie besteht aus rund 400 Partnern, darunter die Bank Itau, die Fluggesellschaft Gol sowie die brasilianischen Niederlassungen von VW und Whirlpool.

Sie wollen die Impf-Logistik verbessern und Ausrüstung wie Spritzen beschaffen. "Wir werden keine Impfstoffe kaufen. Die Regierung braucht kein Geld dafür", sagte Luiza Helena Trajano, Chefin des Einzelhandelsriesen Magazina Luiza, bei einer Pressekonferenz. "Aber wir können das Verfahren beschleunigen, dank unserer Geschäfte."

Brasilien gehört zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Mehr als 230.000 Infizierte starben bereits - nur die USA verzeichnen noch mehr Corona-Tote.

Brasiliens rechtsextremer Staatschef Jair Bolsonaro steht wegen seines Corona-Krisenmanagements in der Kritik. So hatten die Impfungen erst vor drei Wochen begonnen und bei dem gegenwärtigen Tempo würde es nach Experten-Berechnungen mehr als vier Jahre dauern, um die gesamte Bevölkerung von 212 Millionen Menschen zu impfen. Das Bündnis will dies aber bereits bis September erreichen.

In Peru begann die Impfkampagne am Dienstag mit der Impfung des Personals mehrerer Krankenhäuser in der Hauptstadt Lima. Sie erhielten das Sinopharm-Vakzin, von dem am Sonntag 300.000 Dosen in dem südamerikanischen Land eingetroffen waren. Auch Präsident Francisco Sagasti bekam eine Impfspritze.

Die zweite Welle der Corona-Pandemie hat Peru schwer getroffen. Seit Beginn der Corona-Krise infizierten sich rund 1,2 Millionen der insgesamt 33 Millionen Einwohner, mehr als 42.000 Infizierte starben. Die Krankenhäuser sind überfüllt, zudem ist wie in anderen Ländern Südamerikas der Sauerstoff zur Behandlung der Covid-19-Patienten knapp.

Kommenden Sonntag sollen weitere 700.000 Dosen des Sinopharm-Impfstoffs in Peru eintreffen. Die Regierung hat mit dem chinesischen Hersteller Vereinbarungen über die Lieferung von 38 Millionen Dosen getroffen. Weitere 20 Millionen Dosen sollen von Biontech und Pfizer, 14 Millionen von Astrazeneca und 13,2 Millionen von der Covax-Initiative für ärmere Länder kommen.

Argentinien erteilte derweil am Dienstag dem in Indien hergestellten Impfstoff Covishield eine Notfallzulassung. Covishield ist im Grunde der gleiche Impfstoff wie jener des britisch-schwedischen Unternehmens Astrazeneca, der nach einem Technologietransfer nun auch vom Serum Institute of India hergestellt wird. Dem eigentlichen Astrazeneca-Vakzin hatte Argentinien bereits im Dezember eine Zulassung erteilt.

In Argentinien startete die Impfkampagne bereits Ende Dezember mit dem russischen Impfstoff Sputnik V, von dem bislang 820.000 Dosen eintrafen. Das Land mit seinen 44 Millionen Einwohnern verzeichnete seit Pandemie-Beginn mehr als 49.000 Corona-Todesfälle.

Im Nachbarland Chile fiel der Startschuss für das Impfprogramm für ältere Menschen vor sechs Tagen. Bis Dienstag wurden laut Gesundheitsministerium mehr als eine Million Menschen geimpft.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Schülerproteste in Frankreich: Mehr als 5000 Festnahmen seit Montag

Bei den landesweiten Schülerprotesten in Frankreich sind nach Angaben der Regierung seit Montag mehr als 5000 Menschen festgenommen worden. Innenminister Laurent Nuñez sagte am Freitagabend im Sender TF1, allein am Freitag habe es 1747 Festnahmen gegeben. "Es gab Ausschreitungen in der Nähe von 158 Einrichtungen: Wurfgeschosse, Angriffe auf Ordnungskräfte, Lehrkräfte, Journalisten, Passanten."

Nach Angriff auf SPD-Politiker Ecke in Dresden: Drei Angeklagte kommen vor Gericht

Knapp drei Jahre nach dem Angriff auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke in Dresden kommen drei Tatverdächtige vor Gericht. Das Amtsgericht der sächsischen Landeshauptstadt ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft zu, wie es am Freitag mitteilte. Ecke war im Mai 2024 beim Aufhängen von Wahlplakaten angegriffen und dabei so schwer verletzt worden, dass er operiert werden musste.

Sonderermittlerin soll mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni untersuchen

Rund zwei Jahre nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell hat der Bundesstaat New York eine Sonderermittlerin berufen. Gouverneurin Kathy Hochul betraute die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit dem Fall. Beide wollten am Freitag vor die Presse treten.

Bayern: Mehr als sechs Jahre Haft für Syrer wegen Einschleusens von Ausländern

Wegen der mehrfachen Schleusung von illegalen Einwanderern ist ein 32-jähriger Syrer in Bayern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Traunstein sprach ihn unter anderem des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. In das Strafmaß wurde auch ein Urteil vom April mit einbezogen.

Textgröße ändern: