Deutsche Tageszeitung - Klöckner: Tote und kranke Vögel dem Veterinäramt melden

Klöckner: Tote und kranke Vögel dem Veterinäramt melden


Klöckner: Tote und kranke Vögel dem Veterinäramt melden
Klöckner: Tote und kranke Vögel dem Veterinäramt melden / Foto: ©

Nach dem Bericht über eine weltweit erste Übertragung das Vogelgrippe-Virus H5N8 auf Menschen in Russland hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) darauf hingewiesen, dass tote und kranke Vögel dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden sollen. An sich sei das Auffinden eines toten Vogels in Feld oder Wald nichts Besonderes, teilte das Ministerium am Sonntag mit. Wenn aber mehrere Vögel an einem Fundort verendet seien, sei das Informieren des Veterinäramtes sinnvoll.

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Tote Vögel sollten nicht angefasst werden, warnte die Ministerin. Wer sie doch angefasst habe, sollte sich sofort die Hände desinfizieren. "Wir nehmen die aktuelle Seuchenlage zum Anlass, Geflügelhalter daran zu erinnern, dass sie ihre Tiere durch eigene Maßnahmen schützen können, indem sie die Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einhalten", erklärte Klöckner.

In Deutschland wurden nach Angaben des Ministeriums bislang 625 Fälle bei Wildvögeln und 65 Fälle bei Hausgeflügel bestätigt. Es gebe zwar keine Hinweise darauf, dass die aktuell in Deutschland vorhandenen H5N8-Viren auf den Menschen übertragen werden könnten, hieß es. Das Ministerium verfolge die Informationen aber sehr aufmerksam. Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit sei mit russischen Experten in Kontakt.

Am Samstag war bekannt geworden, dass in Russland offenbar zum ersten Mal H5N8 auf Menschen übertragen wurde. Russland hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darüber informiert. Wissenschaftler des Vektor-Labors hätten das Virus bei sieben Menschen in einer Geflügelfabrik nachgewiesen, in der im Dezember bei Tieren die Vogelgrippe aufgetreten war, sagte die Leiterin der russischen Gesundheitsschutzbehörde, Anna Popowa. Die Erkrankung sei bei allen Infizierten ohne Komplikationen verlaufen.

Die WHO bestätigte, sie sei von Russland über den Fall informiert worden und bemühe sich um weitere Informationen. Sollte sich die Information bestätigen, handele es sich um die erste Übertragung des Vogelgrippe-Virus H5N8 auf Menschen, erklärte ein WHO-Sprecher. Die WHO wies allerdings darauf hin, dass die infizierten Arbeiter keine Krankheitssymptome hatten und es bisher auch keine Anzeichen für eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt.

Die auch als Geflügelpest bezeichnete Vogelgrippe tritt sowohl bei Wildvögeln als auch immer wieder in Geflügelbetrieben auf. Das Virus H5N8 ist für die Vögel in der Regel tödlich, eine Gefahr für den Menschen wurde bisher nicht angenommen. Es gibt verschiedene Subtypen von Vogelgrippe-Viren, darunter auch das Virus H5N1, das bei Menschen zu schweren Erkrankungen führen kann. Die Sterblichkeitsrate liegt dabei bei fast 60 Prozent.

(O.Tatarinov--DTZ)

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