Deutsche Tageszeitung - Kurz und Putin wollen gemeinsame Produktion von Sputnik V ausloten

Kurz und Putin wollen gemeinsame Produktion von Sputnik V ausloten


Kurz und Putin wollen gemeinsame Produktion von Sputnik V ausloten
Kurz und Putin wollen gemeinsame Produktion von Sputnik V ausloten / Foto: ©

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz und Russlands Staatschef Wladimir Putin wollen Möglichkeiten für eine gemeinsame Produktion des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V ausloten. In einem Telefonat der beiden Politiker sei es "im Detail" um die Pandemie-Bekämpfung, die mögliche Belieferung Österreichs mit Sputnik V sowie dessen gemeinsame Herstellung gegangen, teilte der Kreml am Freitag mit. Den Angaben zufolge war das Telefonat von der Regierung in Wien initiiert worden.

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Russland hatte seinen Corona-Impfstoff im Sommer vergangenen Jahres zugelassen - noch bevor die klinischen Studien beendet waren. Dies hatte mit Blick auf die Wirksamkeit des Vakzins international zunächst Skepsis ausgelöst. Eine kürzlich im renommierten Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichte Studie kam allerdings zu dem Schluss, dass Sputnik V sicher und zu mehr als 90 Prozent wirksam ist.

Zuletzt hatten mehrere EU-Staaten, darunter auch Deutschland, Interesse am Kauf des russischen Corona-Impfstoffs bekundet, sollte er von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen werden. Im EU-Mitgliedsland Ungarn ist der Einsatz des Präparats bereits von den nationalen Behörden genehmigt worden. In Brüssel gibt es indes Befürchtungen, wonach Russland seinen Impfstoff als Machtinstrument einsetzen könnte, sollte er EU-weit zugelassen werden.

Österreich verfolgt innerhalb der EU einen Russland-freundlichen Kurs. 2018 hatte das Land seine Neutralität betont, nachdem mehrere EU-Staaten als Reaktion auf die Vergiftung des russisch-britischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal russische Diplomaten ausgewiesen hatten. Im selben Jahr hatte die damalige österreichische Außenministerin Karin Kneissl für Irritation gesorgt, weil sie Putin zu ihrer Hochzeit eingeladen und mit ihm getanzt hatte.

Nach Angaben des an der Finanzierung von Sputnik V beteiligten russischen Staatsfonds ist der Impfstoff bereits in mehr als 35 Ländern zugelassen. Die Regierung in Moskau verhandelt derzeit mit mehreren Staaten über eine gemeinsame Produktion von Sputnik V. Bereits hergestellt wird das Mittel außer in Russland selbst auch in Brasilien, Indien, Kasachstan und Südkorea.

(A.Nikiforov--DTZ)

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