Deutsche Tageszeitung - Britische Corona-Variante in Belgien inzwischen dominant

Britische Corona-Variante in Belgien inzwischen dominant


Britische Corona-Variante in Belgien inzwischen dominant
Britische Corona-Variante in Belgien inzwischen dominant / Foto: ©

In Belgien ist die hochansteckende Corona-Mutante aus Großbritannien inzwischen der dominante Coronavirus-Stamm. In der vergangenen Woche seien 53 Prozent aller Corona-Infektionen auf die Virus-Variante B.1.1.7 zurückzuführen gewesen, sagte der Virologe Steven Van Gucht am Freitag vor Journalisten in Brüssel. Eine Woche zuvor habe der Anteil der Ansteckungen mit dieser Mutante noch bei 38 Prozent gelegen.

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Ministerpräsident Alexander De Croo sprach auf einer anderen Pressekonferenz von einer "sehr heiklen" Situation. Er verwies dabei auch auf einen besorgniserregenden Anstieg bei den Krankenhausaufenthalten in der vergangenen Woche.

Angesichts der Lage bezeichnete De Croo es als "unverantwortlich", über eine Lockerung der vor knapp vier Monaten eingeführten Corona-Maßnahmen nachzudenken. In Belgien gilt unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre, zudem sind Bars, Restaurants und Cafés geschlossen. Im Freien dürfen sich maximal vier Menschen treffen. Seit Ende Januar dürfen die Belgier keine nicht-zwingenden Reisen mehr ins Ausland unternehmen.

Die oft als "britische" Corona-Variante bezeichnete Mutante B.1.1.7, die Ende vergangenen Jahres in England entdeckt wurde, ist deutlich ansteckender als die Ursprungsvariante des Coronavirus. Belege dafür, dass sie auch häufiger zu schweren oder tödlichen Krankheitsverläufen führt, gibt es bisher nicht.

Auch andere Länder meldeten zuletzt einen starken Anstieg des Anteils der Infektionen mit B.1.1.7. In Frankreich etwa liegt der Anteil von B.1.1.7 an allen Infektionen nach offiziellen Angaben derzeit bei rund 50 Prozent - Tendenz steigend.

Die bisher zugelassenen Corona-Impfstoffe sind auch gegen B.1.1.7 wirksam. Für andere Mutanten gilt dies nicht oder nur eingeschränkt: So wiesen die zuerst in Südafrika entdeckte Corona-Variante B.1.351 und die in Brasilien aufgetretene Variante P.1 in Studien gewisse Impfstoff-Resistenzen auf.

Laut den belgischen Behörden gehen in dem Land derzeit rund 2,2 Prozent aller nachgewiesenen Corona-Infektionen auf die in Südafrika entdeckte Mutante zurück, 0,9 Prozent auf die in Brasilien entdeckte Variante.

Die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus steigt in Belgien derzeit wieder stark an. Im Vergleich zur Vorwoche wurde am Freitag ein Anstieg bei den Infektionen um 24 Prozent registriert. Täglich werden derzeit rund 2300 Neuinfektionen gemeldet. Betroffen sind nach Behördenangaben alle Altersgruppen gleichermaßen - außer jene der über 80-Jährigen, die bei der Impfkampagne Priorität hat.

Gemessen an der Todesfallrate gehört Belgien zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Seit Beginn der Pandemie starben in dem Land mit 11,5 Millionen Einwohnern bereits 22.000 Menschen an Covid-19.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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