Deutsche Tageszeitung - Von Taliban zerstörte Buddha-Statue kehrt virtuell nach Afghanistan zurück

Von Taliban zerstörte Buddha-Statue kehrt virtuell nach Afghanistan zurück


Von Taliban zerstörte Buddha-Statue kehrt virtuell nach Afghanistan zurück
Von Taliban zerstörte Buddha-Statue kehrt virtuell nach Afghanistan zurück / Foto: ©

20 Jahre nach der Zerstörung der berühmten afghanischen Buddha-Statuen durch die radikalislamischen Taliban ist eine der riesigen Skulpturen für kurze Zeit in das Land am Hindukusch zurückgekehrt - zumindest virtuell. Die rund 55 Meter hohe Salsal-Statue erleuchte am Dienstag anlässlich des Jahrestags ihrer Zerstörung als 3-D-Projektion an ihrem ursprünglichen Standort im Bamiyan-Tal im Zentrum des Landes.

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"Wir wollen nicht, dass die Menschen vergessen, was für ein furchtbares Verbrechen hier begangen wurde", sagte Sahra Hussaini, eine der Organisatorinnen der Veranstaltung "Eine Nacht mit Buddha". Die 23-jährige Gulsoom Sahra, die an der feierlichen Gedenkzeremonie teilnahm, sagte: "Diese Momente erinnern daran, was für einen großartigen Schatz wir verloren haben."

Die Zerstörung der jahrhundertealten Buddha-Statuen von Bamiyan durch die Taliban hatte im März 2001 internationales Entsetzen ausgelöst. Die Sprengung der Skulpturen war Teil der Kampagne der radikalislamischen Miliz gegen das vorislamische Kulturerbe Afghanistans während ihrer kurzen Herrschaft in dem Land.

Überschattet wurde die Gedenkfeier für die zerstörten Statuen am Dienstag von der Angst vor einer Rückkehr der Taliban an die Macht in Afghanistan. "Wir wollen auch unsere Besorgnis über die Zukunft zum Ausdruck bringen, und darüber, was in der Zukunft mit unserem historischen Erbe geschehen wird, ob sich die Geschichte wiederholt und die verbliebenen Artefakte erneut der Gnade extremistischer Gruppen ausgeliefert werden", sagte Hussaini.

Vor gut einem Jahr hatten die Taliban in der katarischen Hauptstadt Doha ein Friedensabkommen mit den USA abgeschlossen, das den Abzug aller internationalen Truppen aus Afghanistan bis Ende April vorsieht. Kritiker des geplanten Abzugs befürchten, dass sich die afghanische Regierung und ihre Sicherheitskräfte ohne US-Unterstützung nicht langfristig gegen die Taliban zur Wehr setzen könnten.

(W.Budayev--DTZ)

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