Deutsche Tageszeitung - Nach Fahrt mit 1,3 Promille ohne Ausfallerscheinungen muss MPU vorgelegt werden

Nach Fahrt mit 1,3 Promille ohne Ausfallerscheinungen muss MPU vorgelegt werden


Nach Fahrt mit 1,3 Promille ohne Ausfallerscheinungen muss MPU vorgelegt werden
Nach Fahrt mit 1,3 Promille ohne Ausfallerscheinungen muss MPU vorgelegt werden / Foto: ©

Nach dem Entzug des Führerscheins wegen einer Trunkenheitsfahrt muss ein medizinisch-psychologisches Gutachten (MPU) vorgelegt werden, wenn der Fahrer trotz hoher Blutalkoholkonzentration keine Ausfallerscheinungen zeigte. In diesem Fall könne von einer außergewöhnlichen Alkoholgewöhnung - also möglicherweise Alkoholmissbrauch - ausgegangen werden, entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Mittwoch. Es gab damit der Stadt Kassel recht. (Az. 3 C 3.20)

Textgröße ändern:

Es ging um einen Mann, der 2016 betrunken Auto gefahren war, weshalb ihm die Fahrerlaubnis zunächst entzogen wurde. Als er nach der Sperrfrist die Neuerteilung beantragte, forderte die Stadt Kassel eine MPU zur Klärung der Frage, ob er trotz der Hinweise auf Alkoholmissbrauch ein Fahrzeug sicher führen könne und nicht zu erwarten sei, dass er noch einmal unter Alkoholeinfluss fahren werde.

Da der Mann ein solches Gutachten nicht vorlegte, wurde sein Antrag abgelehnt. Dagegen zog er vor Gericht. Das Verwaltungsgericht wies seine Klage ab, weil er bei seiner Trunkenheitsfahrt trotz 1,3 Promille keine Ausfallerscheinungen gezeigt hatte. Der hessische Verwaltungsgerichtshof änderte dieses Urteil ab und verpflichtete die Stadt Kassel, die Fahrerlaubnis ohne MPU zu erteilen, wenn die sonstigen Voraussetzungen erfüllt seien.

Das Bundesverwaltungsgericht änderte dieses Urteil nun ab und wies die Berufung des Fahrers gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts zurück. Die Stadt durfte demnach auf seine Nichteignung schließen, weil er keine MPU vorgelegt hatte.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Kleinflugzeug in Baden-Württemberg abgestürzt: Zwei Tote

Beim Absturz eines Kleinflugzeuges sind in Baden-Württemberg zwei Menschen ums Leben gekommen. Das Flugzeug stürzte nach Angaben einer Sprecherin des Polizeipräsidiums Heilbronn am Sonntag in nahe eines kleinen Flugplatzes gelegene Weinberge bei Gundelsheim und ging in Flammen auf.

"Ein Held für die ganze Welt": Netanjahu lädt Piloten des Flydubai-Flugs zu Nationalfeiertag ein

"Sie sind ein Held für die ganze Welt": Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den indischen Piloten der Flydubai-Maschine für seine Rolle bei der Vereitelung eines mutmaßlichen Anschlags gerühmt. Auch trug er dem Piloten des vorwiegend mit israelischen Passagieren besetzten Flugzeugs eine außergewöhnliche Ehre an: Smit Machchhar solle im kommenden Mai die Fackel zum israelischen Nationalfeiertag entzünden, sagte Netanjahu in einem am Samstag veröffentlichten Video.

Sachsen-Anhalt: Mann klettert über Balkone und stürzt in den Tod

In Sachsen-Anhalt ist ein Mann beim Versuch, über Balkone zu klettern, in den Tod gestürzt. Der 26-Jährige fiel in der Nacht zum Sonntag aus dem dritten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses in Halle an der Saale auf die Straße, wie die Polizei mitteilte. Er erlag noch vor Ort seinen schweren Verletzungen.

Angriff auf homosexuelles Paar in Bremen: Ein Mann verletzt

Am Rande der Feierlichkeiten zum Einheitstag in Bremen ist es zu einem Angriff auf ein homosexuelles Paar gekommen. Zwei 29 und 33 Jahre alte Männer wurden am Samstagabend aus einer etwa zehnköpfigen Gruppe heraus aufgrund ihrer sexuellen Orientierung beleidigt und geschlagen, wie die Polizei in Bremen am Sonntag mitteilte.

Textgröße ändern: