Deutsche Tageszeitung - Künstlerischer Leiter der Olympischen Spiele in Tokio tritt zurück

Künstlerischer Leiter der Olympischen Spiele in Tokio tritt zurück


Künstlerischer Leiter der Olympischen Spiele in Tokio tritt zurück
Künstlerischer Leiter der Olympischen Spiele in Tokio tritt zurück / Foto: ©

Ein weiterer hochrangiger Vertreter des Organisationsteams der Olympischen Sommerspiele in Tokio hat wegen abfälliger Äußerungen über eine Frau seinen Hut nehmen müssen. Der künstlerische Leiter des Sport-Großereignisses, Hiroshi Sasaki, kündigte am Donnerstag seinen Rücktritt an, nachdem er sich abfällig über das Äußere einer populären japanischen Komikerin geäußert hatte.

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Ein japanisches Boulevardblatt hatte am Mittwoch berichtet, dass Sasaki in der Vergangenheit gesagt habe, der füllige Comedy- und Internet-Star Naomi Watanabe solle sich als Schwein verkleiden. Sasaki erklärte nun, ihm tue diese "schwere Beleidigung" zutiefst leid.

Erst vor gut einem Monat war der Cheforganisator der Spiele in Tokio, Yoshiro Mori, wegen frauenfeindlicher Äußerungen zurückgetreten. Der 83-Jährige hatte vor Mitgliedern des Japanischen Olympischen Komitees (JOC) gesagt, Frauen würden Vorstandssitzungen in die Länge ziehen, weil sie zu viel redeten. Damit hatte er heftige Proteste von Sportstars, Sponsoren und Sportfunktionären im In- und Ausland ausgelöst, Hunderte freiwillige Olympia-Helfer zogen sich zurück.

Moris Nachfolge trat die japanische Olympia-Ministerin Seiko Hashimoto an. Sie reagierte am Donnerstag "schockiert" auf Sasakis abfällige Äußerungen. "Über das Aussehen Witze zu machen, ist unangemessen", sagte sie bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Sasaki werde nun schnell ersetzt.

Der Werbefachmann Sasaki war erst im Dezember als künstlerischer Leiter für die Eröffnungs- und die Abschlussfeier der olympischen Spiele engagiert worden. Noch vor der Corona-bedingten Verschiebung der Spiele vom Sommer 2020 auf den Sommer 2021 hatte er angeregt, Watanabe bei der Eröffnungszeremonie in einem rosa Kostüm mit Schweinsohren auftreten zu lassen. Damit wollte er das englische Wortspiel "Olympics" und "Olympigs" - pigs ist das englische Wort für "Schweine" - anstellen.

Watanabe erklärte am Donnerstag zu der Sasaki-Affäre, sie sei "wirklich überrascht". "Ich bin glücklich mit der Form meines Körpers", versicherte die 33-Jährige in einer Erklärung. Sie hoffe, dass eines Tages "jeder die Gedanken und Eigenheiten anderer respektieren und akzeptieren" könne. Die taiwanischstämmige Künstlerin ist in Japan äußerst beliebt und hat 9,3 Millionen Follower bei Instagram. Allerdings wurde sie wegen ihrer Figur, die gar nicht dem traditionellen japanischen Schönheitsideal entspricht, schon wiederholt angefeindet.

(O.Tatarinov--DTZ)

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