Deutsche Tageszeitung - Mehr als 50 Tote bei schwerem Bahnunglück in Taiwan

Mehr als 50 Tote bei schwerem Bahnunglück in Taiwan


Mehr als 50 Tote bei schwerem Bahnunglück in Taiwan
Mehr als 50 Tote bei schwerem Bahnunglück in Taiwan / Foto: ©

Es ist das schlimmste Zugunglück seit Jahrzehnten in dem kleinen Inselstaat: Im Osten Taiwans ist am Freitag ein Zug in einem Tunnel entgleist; mindestens 51 Menschen kamen dabei ums Leben, 146 weitere Passagiere mussten verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Unter den Todesopfern war auch ein Franzose. Nach Angaben der Behörden wurde der Zug möglicherweise durch ein Baufahrzeug zum Entgleisen gebracht.

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Der Zug befand sich auf dem Weg von der Hauptstadt Taipeh nach Taitung, als er in dem Tunnel nahe der Küstenstadt Hualien entgleiste. Unfallursache könnte ein schlecht geparktes Baustellenfahrzeug gewesen sein, das eine Böschung hinab rutschte und auf die Gleise stürzte, als der Zug gerade in den Tunnel einfahren wollte, sagte der Polizeichef von Hualien, Tsai Ding-hsien. Örtliche Medien veröffentlichten Bilder, auf denen ein auf der Seite liegender gelber Tieflader neben dem verunglückten Zug zu sehen war.

Der Zug war mit rund 480 Menschen vollbesetzt, die zum sogenannten Grabfegerfest an die Ostküste fuhren. Der Sender UDN veröffentlichte auf seiner Website Bilder des völlig zerstörten Vorderteils des Zuges.

Die Bergung der Überlebenden dauerte mehrere Stunden. Auf Fotos des taiwanischen Roten Kreuzes war zu sehen, wie Rettungskräfte vom Dach des Zugs aus versuchten, Überlebende zu erreichen. Am Nachmittag (Ortszeit) verkündeten die Behörden dann, dass niemand mehr in den acht Waggons sei.

Die Reisenden im hinteren Teil des Zuges überstanden das Unglück relativ unbeschadet. "Es gab einen plötzlichen heftigen Ruck, und ich bin zu Boden gefallen", berichtete eine Überlebende dem Sender UDN. "Wir haben das Fenster aufgebrochen, um über das Zugdach zu entkommen."

Sie selbst habe bei dem Unglück eine Schnittwunde am Kopf erlitten. Eine andere Überlebende schilderte dem Nachrichtensender TVBS die Panik der eingeschlossenen Passagiere, von denen viele unter den Sitzen eingeklemmt gewesen seien.

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen versprach beim Besuch eines Rettungszentrums in Taipeh Aufklärung, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Sie sprach den Angehörigen der Toten ihr Beileid aus und wünschte den Verletzten baldige Genesung.

Das Unglück ereignete sich zum Auftakt des mehrtägigen Totengedenkfestes, an dem üblicherweise viele Menschen im ganzen Land zu den Gräbern ihrer Angehörigen reisen. Die Bahnlinie im Osten Taiwans ist auch ein Touristenmagnet: Durch zahlreiche Tunnel und über viele Brücken windet sie sich durch die spektakuläre Berglandschaft und über tiefe Schluchten, bevor sie sich dem Huadong-Tal nähert. Unter den Verletzten waren nach Angaben der Bahnbehörde auch zwei Japaner sowie zwei Einwohner der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau.

Zuletzt hatte es im Jahr 2018 ein schweres Zugunglück mit 18 Toten und mehr als 200 Verletzten auf der selben Zugstrecke gegeben. Der Zugführer wurde später wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. 1991 waren beim Zusammenstoß zweier Züge 30 Menschen getötet worden, ebenso viele Menschen kamen 1981 beim Zusammenstoß eines Zugs mit einem Lastwagen ums Leben. Das bislang schwerste Zugunglück in Taiwan ereignete sich laut der Zeitung "Apple Daily" im Jahr 1948; damals starben 64 Menschen.

(N.Loginovsky--DTZ)

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