Deutsche Tageszeitung - Biergärten und Friseure in England nach monatelangem Lockdown wieder offen

Biergärten und Friseure in England nach monatelangem Lockdown wieder offen


Biergärten und Friseure in England nach monatelangem Lockdown wieder offen
Biergärten und Friseure in England nach monatelangem Lockdown wieder offen / Foto: ©

Frisch frisiert in den Biergarten: Nach mehr als drei Monaten Lockdown ist am Montag in England die zweite Phase der Corona-Lockerungen in Kraft getreten, in der die Außenbereiche von Pubs und Restaurants wieder öffnen dürfen. Dank der Fortschritte der Impfkampagne können zudem nun alle Geschäfte, Fitnessstudios und Friseure wieder Kunden empfangen. In Frankreich können sich nun Menschen ab 55 Jahren impfen lassen.

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Einige Pubs in England wollten keine Zeit verlieren und öffneten gleich um Schlag Mitternacht. Auf der für ihre Einkaufsmöglichkeiten bekannten Londoner Oxford Street stellten sich die ersten Kunden trotz kühler Temperaturen schon um 05.30 Uhr vor den Geschäften an - und harrten stundenlang aus, um endlich wieder Waren selbst anfassen und anprobieren zu können. Auch Schwimmbäder, Büchereien und Tierparks sind wieder geöffnet.

Großbritannien hat mit mehr als 127.000 Corona-Toten die höchste Opferzahl der Pandemie in Europa zu beklagen. Mit den Impfungen geht es im Vereinigten Königreich allerdings gut voran. Von den gut 66 Millionen Einwohnern haben bereits mehr als 32 Millionen eine erste Impfdosis erhalten; weitere rund 7,47 Millionen Menschen haben bereits beide Impfspritzen bekommen. Zusammen mit einem zunächst harten Lockdown konnte so die Zahl der täglichen Covid-19-Todesfälle seit Januar um 95 Prozent und die der Ansteckungen um 90 Prozent gesenkt werden.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte vor einer Woche erklärt, die Lockerungen seien durch die sinkenden Infektionszahlen "vollauf gerechtfertigt". Er wollte eigentlich die neuen Öffnungsregeln gleich am Montag mit einem Glas Bier auf einer Pub-Terrasse feiern. Diesen Plan gab er allerdings wegen der Trauer um den verstorbenen Prinz Philip auf.

Im Rahmen eines Vier-Stufen-Plans sollen in England bis Ende Juni alle Corona-Restriktionen enden. Die Regierungen in Schottland, Wales und Nordirland gehen bei den neuen Öffnungsmöglichkeiten allerdings vorsichtiger voran.

Die Impfkampagne beschleunigen will auch Frankreich, wo am Montag die Impfung aller Menschen ab 55 Jahren begann. Sie können sich mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen lassen, wie die Regierung mitteilte. Im Laufe der Woche sollen rund 200.000 Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson dazukommen. Bei letzterem reicht eine Dosis für eine vollständige Impfung.

Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und von Moderna sollen nach Angaben der Gesundheitsbehörden vorerst Menschen ab 60 Jahren vorbehalten bleiben. Bisher hat Frankreich offiziell knapp elf Millionen der rund 67 Millionen Bürger mit einer ersten Dosis geimpft.

Die Lage in den französischen Krankenhäusern ist extrem angespannt: Dort wurden zuletzt mehr als 5800 Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19 auf Intensivstationen behandelt - gut 900 mehr als auf dem Höhepunkt der zweiten Corona-Welle im Herbst. Die Zahl der Corona-Toten stieg inzwischen auf fast 98.800. In Frankreich gilt seit gut einer Woche landesweit ein strikter Lockdown.

Etwas gelockert wurde der Lockdown in Griechenland, wo am Montag Gymnasiasten erstmals seit fünf Monaten wieder in die Schule gehen konnten. Schüler und Lehrer müssten sich ab sofort zweimal wöchentlich testen, sagte Bildungsministerin Niki Kerameus dem Fernsehsender ERT. Ihr zufolge fanden die ersten Schulstunden teils im Freien statt, etwa auf den Höfen oder in Gärten der Schulen. Grund- und Mittelschulen bleiben allerdings vorerst weiter geschlossen.

Die Wiedereröffnung der Gymnasien bereitet einigen Experten wegen des anhaltenden Infektionsgeschehens Sorgen. Griechenland verzeichnete bisher 293.000 Corona-Infektionen und 8.800 Todesfälle, besonders die Krankenhäuser in Athen und Thessaloniki stehen kurz vor der Überlastung.

(A.Nikiforov--DTZ)

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