Deutsche Tageszeitung - In Indien Rekordzahl von 200.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages

In Indien Rekordzahl von 200.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages


In Indien Rekordzahl von 200.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages
In Indien Rekordzahl von 200.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages / Foto: ©

Mit einem neuem Höchststand der täglichen Neuinfektionen hat sich die Corona-Pandemie in Indien weiter beschleunigt. Wie das Gesundheitsministerium in Neu Delhi am Donnerstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden rund 200.000 weitere Ansteckungen registriert - doppelt so viele wie noch vor zehn Tagen. Im südostasiatischen Kambodscha warnte Regierungschef Hun Sen, sein Land stehe wegen der Pandemie "an der Schwelle des Todes".

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Mit den neuerlichen Infektionen stieg die Gesamtzahl der seit Pandemie-Beginn verzeichneten Corona-Infektionen in Indien auf 14,1 Millionen. Die Zahl der Corona-Toten in dem bevölkerungsreichen Schwellenland stieg laut Gesundheitsministerium am Donnerstag um 1038 auf fast 175.000.

Indien hat mit überfüllten Krankenhäusern, fehlenden Corona-Medikamenten und Sauerstoff-Flaschen sowie Versorgungsengpässen bei den Corona-Impfstoffen zu kämpfen. Bei den 1,3 Milliarden Einwohnern wurden bislang nur 114 Millionen Dosen Corona-Vakzin verimpft.

Seit dieser Woche steht Indien bei der Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen weltweit an zweiter Stelle hinter den USA. Experten machen die nachlassende Bereitschaft zur Einhaltung der Corona-Regeln für die heftige zweite Infektionswelle verantwortlich. An religiösen Feiern, politischen Kundgebungen und Cricket-Spielen nahmen in dem Land zuletzt tausende Menschen teil.

Siddharth Chakrapani, einer der Organisatoren des derzeit laufenden hinduistischen Festes Kumbh Mela im nordinischen Haridwar, verteidigte die mehrwöchige Massenveranstaltung, zu der sich rund fünf Millionen Menschen meist ohne Maske zum traditionellen Bad im Fluss Ganges versammelten. Die Gläubigen seien überzeugt, dass die hinduistische Göttin "Mutter Ganga sie vor der Pandemie retten" werde, sagte er. In Haridwar wurden binnen 48 Stunden fast 2000 Corona-Neuinfektionen registriert.

Ein landesweiter Lockdown hatte vor einem Jahr eine tiefe Rezession in Indien ausgelöst. Die Zentralregierung in Neu Delhi scheut deshalb vor erneuten strikten Maßnahmen zurück. In einigen Bundesstaaten wie dem bevölkerungsreichen Maharashtra mit der Metropole Mumbai gelten jedoch wieder Restriktionen.

Dramatisch schilderte auch Kambodschas Regierungschef Hun Sen die Corona-Lage in seinem Land. "Bitte mein Volk - vereint Eure Bemühungen, dieses gefährliche Ereignis zu beenden", sagte der langjährige Regierungschef des südostasiatischen Landes in einer Videobotschaft, die am Mittwochabend im Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde. "Wir stehen bereits an der Schwelle des Todes."

Wenn die Kambodschaner sich jetzt nicht im Kampf gegen die Pandemie "die Hand reichen, werden wir auf den wirklichen Tod zusteuern", warnte Hun Sen die Bürger. Seit Februar, als zunächst ein Ausbruch unter chinesischen Einwanderern festgestellt worden war, breitet sich das neuartige Coronavirus massiv in Kambodscha aus.

In der Hauptstadt Phnom Penh gibt es nach Behördenangaben seit vergangener Woche nicht mehr genügend Krankenhausbetten zur Behandlung der Infizierten. Schulen und Festhallen wurden in Lazarette umgewandelt. Am Mittwochabend trat ein zweiwöchiger Lockdown für die mehr als zwei Millionen Einwohner von Phnom Penh und der Nachbarstadt Ta Khmau in Kraft. Pro Haushalt dürfen nur noch zwei Menschen das Haus zum Einkaufen von Lebensmitteln verlassen.

In Japan wird wegen des Infektionsgeschehens erneut eine Absage der Olympischen Sommerspiele in Tokio diskutiert. Der Generalsekretär der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP),Toshiro Nikai, sagte am Donnerstag, die Spiele müssten "ohne Zögern" abgesagt werden, sollte die Infektionslage zu ernst sein. Der für die Corona-Impfungen zuständige Minister Taro Kono versicherte, das Sportereignis werde in einer "machbaren" Weise stattfinden, womöglich vollständig ohne Zuschauer vor Ort.

Im nahezu Corona-freien Neuseeland begann am Donnerstag der Test einer Corona-App, die eine Ansteckung mit dem Virus erkennen soll, noch bevor der Nutzer erste Symptome entwickelt. An der einmonatigen Erprobung der neuen App namens "Elarm" nehmen zunächst 500 Grenzbeamte teil, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

(W.Uljanov--DTZ)

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