Deutsche Tageszeitung - Corona-Pandemie prägte 2020 auch Kriminalitätsentwicklung in Deutschland

Corona-Pandemie prägte 2020 auch Kriminalitätsentwicklung in Deutschland


Corona-Pandemie prägte 2020 auch Kriminalitätsentwicklung in Deutschland
Corona-Pandemie prägte 2020 auch Kriminalitätsentwicklung in Deutschland / Foto: ©

Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr auch die Kriminalitätsentwicklung in Deutschland beeinflusst. Wie aus der am Donnerstag von Innenminister Horst Seehofer (CSU) in Berlin vorgestellten polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für 2020 hervorgeht, ging die Zahl der Diebstähle und Einbrüche im Vergleich zu 2019 deutlich zurück. Parallel nahm die Cyberkriminalität in bestimmten Bereichen zu. Insgesamt sank die Zahl der registrierten Delikte um 2,3 Prozent auf 5,31 Millionen.

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Demnach verbesserte sich die allgemeine Kriminalitätslage laut Statistiken der Polizei bereits das vierte Jahr in Folge. "Die Entwicklung ist ausgesprochen positiv", sagte Seehofer bei der Präsentation. Innerhalb der vergangenen fünf Jahren sei die Zahl der von den Sicherheitsbehörden registrierten Delikte um eine Million gesunken. Die Aufklärungsquote sei 2020 auf 58,4 Prozent gestiegen und habe damit eine neue historische Bestmarke erreicht.

Der PKS zufolge ging die Zahl der Diebstahlsdelikte insgesamt um knapp 140.000 Fälle oder 7,7 Prozent zurück. Besonders hoch war der Rückgang etwa bei Wohnungseinbrüchen mit einem Minus von 12.000 Fällen oder 14 Prozent sowie bei Taschendiebstählen mit einem Minus von 10.000 Fällen oder elf Prozent gegenüber 2019.

Diese Entwicklung sei vor allem auch eine Folge von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen und den daraus folgenden Auswirkungen auf die Mobilität, sagte Seehofer. Auf der anderen Seite habe die Pandemie zu einer starken Erhöhung der Nachfrage im Onlinehandel geführt, was auch zu einem Anstieg der Kriminalität in diesem Bereich geführt habe. So sei die Zahl der Warenbetrugsdelikte im vorigen Jahr um 11,5 Prozent oder knapp 15.000 Fälle angestiegen.

Signifikante Veränderungen gab es coronabedingt auch in anderen Deliktsfeldern, etwa beim Subventionsbetrug. Dort explodierten die Fallzahlen von 318 Fällen im Vorjahr auf rund 7600, was eine Begleiterscheinung der vom Staat aufgesetzten Corona-Hilfspakete war. Hier hätten Kriminelle "die aktuelle Notlage ausgenutzt", sagte Seehofer.

Als "besorgniserregend" bezeichnete der Minister darüber hinaus die Entwicklung im Bereich der häuslichen Gewalt. Dort sei das Dunkelfeld allerdings besonders hoch, ergänzte der Minister. Nur ein kleiner Teil der tatsächlichen Übergriffe werde auch bei der Polizei angezeigt. Für den Herbst kündigte er eine Sonderauswertung des Bundeskriminalamts zu dem Thema an.

Die Computerkriminalität insgesamt nahm um rund 7600 Fälle oder 6,2 Prozent zu. Einen deutlichen Anstieg um 6.500 Fälle oder 53 Prozent gab es der PKS zufolge im vorigen Jahr im Bereich der Verbreitung kinderpornografischen Materials. Laut Seehofer hängt dies damit zusammen, dass die Polizei inzwischen mehr Hinweise von Internetbetreibern erhält und mehr Ermittlungen einleitet.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) führte die Entwicklung im Bereich der Wohnungseinbrüche neben Corona auch auf Strafverschärfungen und erweitere Ermittlungsmöglichkeiten für die Polizei zurück. Die "harte Gangart" wirke, erklärte sie am Donnerstag in Berlin. Generell zeige die Kriminalstatistik, dass Deutschland ein "starker und sicherer Rechtsstaat" sei.

(N.Loginovsky--DTZ)

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