Deutsche Tageszeitung - Maskenpflicht im Freien in Israel aufgehoben

Maskenpflicht im Freien in Israel aufgehoben


Maskenpflicht im Freien in Israel aufgehoben
Maskenpflicht im Freien in Israel aufgehoben / Foto: ©

Wegen des großen Fortschritts bei der Corona-Impfkampagne müssen die Menschen in Israel seit Sonntag im Freien keine Maske mehr tragen. Im ganzen Land trat die Neuregelung in Kraft, die Gesundheitsminister Juli Edelstein am Donnerstag bei den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Gründung Israels angekündigt hatte. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wies jedoch darauf hin, dass der Kampf gegen das Coronavirus noch nicht beendet sei. Es bedürfe "Millionen weiterer Impfdosen", um diesen Kampf zu gewinnen.

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Fast fünf Millionen Menschen und damit mehr als die Hälfte der Bevölkerung wurden in Israel bereits zweimal gegen das Corona-Virus geimpft. In Jerusalem freuten sich am Sonntag viele Menschen über die Möglichkeit, das erste Mal seit einem Jahr ohne Maske im Freien unterwegs zu sein. "Ich bin erleichtert, dass wir wieder anfangen können zu leben", sagte die 26-jährige Eliana Gamulka. Der einzige Nachteil bestehe für sie darin, dass es bei einer unerwünschten Begegnung auf der Straße nicht mehr möglich sei "so zu tun, als würde man die Leute auf der Straße nicht erkennen", scherzte die Projektmanagerin.

Einige trauten der neuen Freiheit noch nicht ganz. Sie lasse ihren Mund-Nasen-Schutz vorerst lieber auf, sagte die Büroangestellte Ester Malka. "Wir werden sehen, was passiert, wenn alle ihre Masken abgenommen haben. Wenn ich sehe, dass es in ein oder zwei Monaten gut läuft, dann nehme ich sie auch ab."

Im Januar hatte Israel noch Höchststände von 10.000 Neuinfektionen pro Tag verzeichnet. Insgesamt infizierten sich dort seit Pandemiebeginn rund 836.000 Menschen mit dem Coronavirus, mehr als 6300 starben an oder mit dem Virus. Inzwischen hat sich die Kurve mit etwa 200 Infektionsfällen pro Tag deutlich abgeflacht.

Dies ist vor allem auf die rasche Impfkampagne zurückzuführen. Der Erfolg des israelischen Impfprogramms wurde durch ein Abkommen über einen Datenaustausch mit Pfizer/Biontech ermöglicht. Dabei verpflichtete sich Israel, das die medizinischen Daten seiner gesamten Bevölkerung digitalisiert hat, gegen eine bevorzugte Belieferung mit Impfstoff rasch Informationen über dessen Wirksamkeit weiterzugeben.

Das Wichtigste zur Verhinderung einer neuen Corona-Welle sei die Lieferung von Millionen weiteren Impfdosen, sagte Netanjahu am Sonntag. Früher oder später werde der Bedarf für einen "anderen Impfstoff" entstehen, denn die bisherigen Impfungen verlören nach "sechs, neun Monaten oder einem Jahr" ihre Wirkung.

Die palästinensischen Behörden des Gazastreifens gaben unterdessen die bislang höchste Zahl von Corona-Todesfällen binnen eines Tages bekannt. Das Gesundheitsministerium sprach von 23 Todesfällen innerhalb von 24 Stunden, womit sich die Gesamtzahl der Todesfälle durch die Pandemie in dem Palästinensergebiet auf 761 erhöhte. Der Gazastreifen, der von Israel, Ägypten und dem Mittelmeer umgeben ist, leidet unter einem Mangel an Impfstoffen.

Lange blieb der Gazastreifen von der Corona-Pandemie weitgehend verschont. Doch im August wurden in den Flüchtlingslagern mit ihrer hohen Bevölkerungsdichte erste Fälle registriert. Für die rund zwei Millionen Einwohner des Gazastreifens wurden bislang nur 80.000 Dosen Impfstoff geliefert. Zum Beginn des Fastenmonats Ramadan verhängten die Behörden neue Anti-Corona-Maßnahmen, darunter ein Verbot von Hochzeiten und ein Fahrverbot ab 19.00 Uhr.

(N.Loginovsky--DTZ)

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