Deutsche Tageszeitung - Indische Zentralbank pumpt wegen Corona-Krise Geld in Gesundheitsbereich

Indische Zentralbank pumpt wegen Corona-Krise Geld in Gesundheitsbereich


Indische Zentralbank pumpt wegen Corona-Krise Geld in Gesundheitsbereich
Indische Zentralbank pumpt wegen Corona-Krise Geld in Gesundheitsbereich / Foto: ©

Indien will mit Milliardensummen gegen die heftige zweite Corona-Welle im Land ankämpfen: Die Zentralbank gab am Mittwoch günstige Kredite in Höhe von umgerechnet rund 5,6 Milliarden Euro für Impfstoffhersteller, Krankenhäuser und Gesundheitsunternehmen frei. Das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung der Welt registrierte 3800 weitere Todesfälle sowie mehr als 380.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Derweil startete ein Bundeswehr-Airbus mit Teilen einer Sauerstoffanlage nach Neu-Delhi.

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Der Präsident der indischen Zentralbank, Shaktikanta Das, versprach "unkonventionelle" Maßnahmen, falls sich die Corona-Krise weiter verschlimmere. Die verheerende Geschwindigkeit, mit der sich das Virus ausbreite, mache "schnelle und weitreichende Maßnahmen" erforderlich, sagte Das.

Der Schritt erleichtert es den indischen Banken, günstige Kredite an Krankenhäuser, Sauerstoffhersteller und sogar Patienten zu vergeben. Das Ziel sei, den Zugang zu medizinischer Notfallversorgung zu verbessern, betonte Das. Um die Wirtschaft zu stützen, gibt die Zentralbank zudem einigen anderen Kreditnehmern mehr Zeit für die Rückzahlung von Krediten.

Indiens seit Jahrzehnten unterfinanziertes Gesundheitssystem ist angesichts der zweiten Corona-Welle völlig überlastet. Zahlreiche Menschen sterben in Warteschlangen vor den Krankenhäusern, weil es an Betten und medizinischem Sauerstoff mangelt.

"Die Armen haben nichts mehr", sagte Vimala Devi, eine 61-jährige Hausfrau in Delhi, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. "Wir werden einfach zum Sterben auf der Straße zurückgelassen."

Die Bundeswehr brachte derweil den ersten Teil einer Anlage zur Gewinnung von Sauerstoff auf den Weg nach Indien. Der Bundeswehr-Airbus vom Typ A400 startete im niedersächsischen Wunstorf in die indische Hauptstadt Neu-Delhi, wie die Luftwaffe im Onlinedienst Twitter mitteilte. Dort wird sie am Donnerstag erwartet. Eine zweite A400-Maschine mit den übrigen Teilen der Anlage soll am gleichen Tag aus Wunstorf starten.

Die Lieferungen sind Teil eines deutschen Hilfspakets für Indien. Die Sauerstoffanlage wird von 13 Kräften des Sanitätsdienstes der Bundeswehr bereits erwartet. Sie waren am Samstag aus Köln/Bonn mit einer Luftwaffenmaschine geflogen, die 120 Beatmungsgeräte sowie Medikamente nach Neu-Delhi brachte. Die Santitätskräfte sollen die komplexe Sauerstoffanlage aufbauen und Kräfte vor Ort in den Umgang mit ihr einweisen.

Indien hat sich seit Anfang April zu einem Epizentrum der Corona-Pandemie entwickelt. Die Zahl der Infektionen und Todesfälle ist dramatisch gestiegen. Dies ist womöglich unter anderem auf die neue Virusvariante B.1.617 zurückzuführen. Am Dienstag wurde die Schwelle von 20 Millionen nachgewiesenen Corona-Fällen überschritten.

Die drittgrößte Volkswirtschaft Asiens befand sich bereits vor der Pandemie im Abschwung. Aus Angst vor einem weiteren Rückgang verhängten Indiens Behörden zunächst nur begrenzte Lockdown-Maßnahmen.

Im Kampf gegen die Pandemie hat die Regierung ihr Corona-Impfprogramm vergangene Woche auf alle Erwachsenen ausgeweitet, doch in vielen Bundesstaaten gibt es Engpässe. In Neu-Delhi und anderen Großstädten wurden Ausgangssperren und andere Beschränkungen verhängt, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.

(N.Loginovsky--DTZ)

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