Deutsche Tageszeitung - Experten sehen Risiken bei Astrazeneca auch für Ältere

Experten sehen Risiken bei Astrazeneca auch für Ältere


Experten sehen Risiken bei Astrazeneca auch für Ältere
Experten sehen Risiken bei Astrazeneca auch für Ältere / Foto: ©

Experten sehen laut einem Medienbericht auch bei älteren Frauen ein erhöhtes Risiko von Hirnvenenthrombosen bei einer Corona-Schutzimpfung mit dem Wirkstoff von Astrazeneca. Darauf weist dem Magazin "Spiegel" zufolge eine aktuelle Studie unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) hin. Bislang war davon ausgegangen worden, dass vorrangig jüngere Frauen gefährdet sind.

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Die Arbeit wurde laut "Spiegel" noch nicht von anderen Forschenden begutachtet, sondern als sogenanntes Preprint veröffentlicht. Der Auswertung zufolge, für die neurologische Abteilungen und Kliniken in ganz Deutschland befragt worden seien, war die Rate von Hirnvenenthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung demnach mehr als neunmal höher als nach einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff wie Biontech/Pfizer oder Moderna. Dabei sei die Rate bei Frauen im Vergleich zu jener bei Männern mehr als dreimal erhöht gewesen.

Solche Thrombosen nach einer Impfung seien aber insgesamt sehr selten gemessen an der Anzahl der Impfungen, betonten die beteiligten Forscherinnen und Forscher. Insgesamt hätten die Kliniken 45 Fälle von Hirnvenenthrombosen gemeldet, die sich in einem Zeitraum von 31 Tagen nach einer Impfung ereignet hätten. Dazu kamen demnach 17 Fälle, in denen Betroffene unter anderem Schlaganfälle oder Hirnblutungen erlitten.

"Die Daten zeigen, dass auch ältere Frauen ein erhöhtes Risiko einer Hirnvenenthrombose nach Gabe des Astrazeneca-Vakzins haben", sagte der an den Auswertungen maßgeblich beteiligte Direktor des Instituts für Public Health an der Charité-Universitätsmedizin, Tobias Kurth, dem "Spiegel". Er rief die Entscheidungsträger dazu auf, rasch über mögliche Auswirkungen für die geltenden Impf-Empfehlungen zu beraten.

Aktuell wird der Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Jüngeren kann der Impfstoff auf deren Wunsch hin und nach eingehender Beratung verabreicht werden.

(W.Budayev--DTZ)

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