Deutsche Tageszeitung - Zwei Negativkritiken sind noch kein Shitstorm

Zwei Negativkritiken sind noch kein Shitstorm


Zwei Negativkritiken sind noch kein Shitstorm
Zwei Negativkritiken sind noch kein Shitstorm / Foto: ©

Zwei negative Äußerungen als Reaktion auf einen Eintrag in einem sozialen Netzwerk sind noch kein Shitstorm. Dies entschied das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main laut Mitteilung vom Donnerstag im Fall einer Frau, die gegen eine entsprechende Einordnung durch eine Journalistin Beschwerde eingelegt hatte. Ausgangspunkt des Streits war ein Instagram-Beitrag eines ehemaligen Bandkollegen der Frau, der die Sängerin in einem Video zeigte.

Textgröße ändern:

Die Frau kommentierte dazu: "Kennst du die Choreo noch ganz? Krieg die nicht mehr zusammen!!! Mann mann mann, Demenz." Diese Äußerung nahm eine Reporterin zum Anlass, auf einer Internetseite über einen "riesigen Shitstorm" zu berichten, den die Sängerin wegen des Demenzkommentars geerntet habe. Diese wiederum wollte das so nicht stehen lassen, legte Beschwerde gegen die Shitstormvorwürfe ein und forderte Unterlassung.

Der Unterlassungsantrag wurde zwar zurückgewiesen, die Beschwerde vor dem OLG hatte jedoch teilweise Erfolg. Laut dem Gericht ist die Unterstellung eines Shitstorms "unwahr", die Internetseite darf nicht mehr von einem "riesigen Shitstorm" schreiben. Ein durchschnittlicher Leser erwarte einen Sturm der Entrüstung - wenige negative Reaktionen seien hierfür nicht ausreichend.

Es gebe zwar die Kritik eines Internetnutzers sowie einen kritischen Bericht samt Kommentar. "Darin erschöpfen sich indes die negativen Reaktionen", schrieb das Gericht. Der Leser verstehe unter einem Shitstorm ein ganz anderes Ausmaß. Die Äußerung der Sängerin sei allerdings unbedacht gewesen.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Brand im Hohen Venn: Evakierung von Teilen von Monschau angeordnet

Wegen des sich ausbreitenden Brands im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn wird ein Teil des nahegelegenen Eifel-Ortes Monschau evakuiert. Die Einsatzleitung der nordrhein-westfälischen Stadt ordnete am Sonntagabend die sofortige Evakuierung der Straßenzüge Ruitzhof und Geisberg an, wie auf der Website der Stadtverwaltung mitgeteilt wurde. Die Betroffenen wurden demnach unter anderem über die Nina-Warn-App informiert. Sie wurden gebeten, "den Bereich selbstständig zu verlassen".

Feuer im Hohen Venn in Belgien nur noch 25 Kilometer von deutscher Grenze entfernt

Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der Grenze zu Deutschland kämpfen Feuerwehrleute, Löschflugzeuge und Landwirte weiter gegen den größten Waldbrand in der jüngeren Geschichte Belgiens. "Wenn wir das Feuer nicht eingrenzen können, könnte es Deutschland erreichen, wir sind nur noch 25 Kilometer von der Grenze entfernt", sagte der örtliche Feuerwehrchef Luc Burette am Sonntagnachmittag.

Drei Tote bei Waldbränden auf griechischer Insel Salamis und in Spanien

Durch Waldbrände in Griechenland und Spanien sind am Wochenende drei Menschen ums Leben gekommen. Auf der griechischen Insel Salamis nahe Athen wurden in der Nähe des Strands zwei Leichen geborgen, wie ein Feuerwehrsprecher am Sonntag sagte. Hunderte Menschen wurden in Sicherheit gebracht. In der nordostspanischen Region Aragón starb ein Soldat bei der Bekämpfung eines Waldbrands.

Soldat stirbt im Kampf gegen Waldbrand in Nordspanien

Im Nordosten Spaniens ist ein Soldat bei der Bekämpfung eines Waldbrands ums Leben gekommen. Regionalpräsident Jorge Azcón erklärte am Sonntag im Onlinedienst X seine "aufrichtige Anteilnahme" angesichts des Todes des Soldaten, der im Kampf gegen den Brand in der Region Aragón im Einsatz war. Örtlichen Medien zufolge hatte sich sein Fahrzeug überschlagen. An den Löscharbeiten sind hunderte Einsatzkräfte beteiligt.

Textgröße ändern: