Deutsche Tageszeitung - Symbolische Strafe für Französin für Mord an ihrem Vergewaltiger

Symbolische Strafe für Französin für Mord an ihrem Vergewaltiger


Symbolische Strafe für Französin für Mord an ihrem Vergewaltiger
Symbolische Strafe für Französin für Mord an ihrem Vergewaltiger / Foto: ©

Die Französin Valérie Bacot ist wegen des Mordes an ihrem Mann, der sie jahrelang verprügelt und vergewaltigt hatte, zu einer symbolischen Haftstrafe verurteilt worden. Das Schwurgericht in Chalon-sur-Saône in Ostfrankreich verurteilte die 40-Jährige am Freitag zu vier Jahren Haft und setzte drei davon zur Bewährung aus. Bacot kommt damit nun frei, weil ihr ein Jahr in Untersuchungshaft angerechnet wird.

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Bacot hatte den 61-jährigen Daniel Polette 2016 erschossen. Ihr früherer Stiefvater hatte sie bereits als Jugendliche vergewaltigt. Mit 17 wurde sie von ihm schwanger und ihre Mutter warf sie aus dem Haus, woraufhin ihr Vergewaltiger sie heiratete. Die beiden bekamen zusammen vier Kinder.

Vor Gericht hatte Bacot von der "extremen Hölle" berichtet, die sie seit ihrem zwölften Lebensjahr durchlitten hatte. "Ich habe immer getan, was er mir gesagt hat", antwortete die Angeklagte auf die Frage der Vorsitzenden Richterin Céline Therme, ob sie Liebe für Polette empfunden habe. Der Alkoholiker schlug, trat und würgte seine junge Frau und bot sie schließlich Lkw-Fahrern zur Prostitution an, um mit ihr Geld zu verdienen.

An einem Sonntag im März 2016 hielt sie es nach eigenen Worten nicht mehr aus. Sie nahm seine Pistole, mit der er sie oft bedroht hatte, und tötete ihn mit einem einzigen Schuss in den Nacken. Zur Begründung sagte sie, sie habe ihrer gemeinsamen damals 14-jährigen Tochter Karline dasselbe Schicksal ersparen wollen.

Sie war "ein Opfer, ganz klar", sagte der Staatsanwalt vor Gericht. "Valérie Bacot durfte das Leben des Mannes, der sie terrorisierte, nicht nehmen", sie solle dafür aber nicht wieder ins Gefängnis gehen. Ihre vier Kinder bräuchten ihre Mutter. Im Gericht brach Beifall aus, als das Urteil verkündet wurde.

Bacots Anwälte hatten einen Freispruch gefordert. "Wie kann die Gesellschaft Wiedergutmachung von Valérie Bacot verlangen, wenn sie selbst dabei versagt hat, sie zu schützen?", fragte ihre Verteidigerin Nathalie Tomasini.

Polette war in den 90er Jahren wegen des Missbrauchs an Bacot verurteilt worden, kam jedoch nach einem Jahr wieder frei - und missbrauchte sie jahrelang weiter. "Ich musste es beenden", schrieb Bacot kürzlich in einem Buch mit dem Titel "Tout le monde savait" (Jeder wusste es).

Der Fall hatte in Frankreich für großes Aufsehen gesorgt. Mehr als 700.000 Menschen unterzeichneten eine Online-Petition und forderten "Freiheit für Valérie Bacot!".

(A.Stefanowych--DTZ)

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