Deutsche Tageszeitung - Psychiaterin von Maradona weist jegliche Schuld von sich

Psychiaterin von Maradona weist jegliche Schuld von sich


Psychiaterin von Maradona weist jegliche Schuld von sich
Psychiaterin von Maradona weist jegliche Schuld von sich / Foto: ©

Die Psychiaterin von Diego Maradona hat jegliche Schuld am Tod des argentinischen Fußball-Nationalhelden von sich gewiesen. Maradona sei an Herzversagen gestorben, sagte der Anwalt von Agustina Cosachov am Freitag vor einer der Anhörung in San Isidro bei Buenos Aires. Mit den "psychiatrischen Problemen", die seine Mandantin behandelt habe, hätten Maradonas Herzprobleme nichts zu tun gehabt. Als Psychiaterin sei sie auch nicht an seiner medizinischen Versorgung beteiligt gewesen.

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Die 36-jährige Cosachov, die auf Drogensucht spezialisiert ist, wurde im Zuge von Ermittlungen zum Tod des Fußballstars befragt. Das medizinische Personal wird verdächtigt, Maradona vor seinem Tod unzureichend versorgt zu haben. Nach den Anhörungen von insgesamt sieben Pflegekräften und Ärzten soll entschieden werden, ob gegen sie ein Strafprozess wegen Totschlags eröffnet wird.

Anfang Mai hatte ein Gutachten ergeben, dass Maradona von seinem Ärzteteam "seinem Schicksal überlassen" worden sei. Die "unzureichende, mangelhafte und unvorsichtige" Behandlung habe zu einem langsamen Tod des Fußballers geführt.

Maradonas Töchter Gianinna und Jana hatten zuvor Kritik geübt an der Art und Weise, wie Maradona zuletzt in seiner Residenz behandelt worden war. Die Fußball-Ikone hatte sich in Tigre nahe der Hauptstadt Buenos Aires in einem gemieteten Haus von einer Gehirnoperation erholt. Dort starb Maradona am 25. November.

In der vergangenen Woche waren bereits zwei Pfleger und der Koordinator des Pflegeteams angehört worden. Auch deren Anwälte wiesen jegliche Verantwortung ihrer Mandanten zurück. Neben der Psychiaterin ist auch noch ein Psychologe unter den Verdächtigen. Maradonas Leibarzt, der Neurochirurg Leopoldo Luque, soll am Montag als Letzter angehört werden.

Im Falle einer Anklageerhebung drohen den Beschuldigten in einem möglicherweise jahrelangen Prozess acht bis 25 Jahre Haft.

Maradona gilt als einer der besten Fußballer aller Zeiten. In seiner Heimat wird er bis heute vielfach wie ein Gott verehrt und sein Tod sorgte für Bestürzung in aller Welt. Das Leben des früheren Weltmeisters war nach seiner aktiven Karriere von vielen Aufs und Abs sowie von Drogen- und Alkoholabhängigkeit geprägt.

(A.Stefanowych--DTZ)

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