Deutsche Tageszeitung - Leibarzt weist Verantwortung für Tod von Maradona zurück

Leibarzt weist Verantwortung für Tod von Maradona zurück


Leibarzt weist Verantwortung für Tod von Maradona zurück
Leibarzt weist Verantwortung für Tod von Maradona zurück / Foto: ©

Im Streit um eine mögliche Verantwortung für den Tod des Fußballidols Diego Maradona hat dessen Leibarzt jegliche Schuld von sich gewiesen. Der Neurochirurg Leopoldo Luque "hat sich absolut nichts vorzuwerfen", sagte sein Anwalt am Montag nach einer Voranhörung des Arztes im argentinischen San Isidro. Luque forderte zudem ein neues medizinisches Gutachten über die Todesumstände.

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Luque wurde in San Isidro, einem Vorort von Buenos Aires, vier Stunden lang vom Staatsanwalt befragt. Dabei habe der 39-Jährige jede Verantwortung für den Tod Maradonas zurückgewiesen, sagte sein Anwalt Julio Rivas. "Er war der Arzt der Familie, aber er war nicht verantwortlich für die Pflege zu Hause." Für die häusliche Betreuung des argentinischen Fußballstars nach einer Hirnoperation seien zwei private Gesundheitsdienste zuständig gewesen.

Dagegen hatten Mitarbeiter dieser Gesundheitsdienste ausgesagt, dass Luque und die Psychiaterin Agustina Cosachov für die Pflege Maradonas verantwortlich gewesen seien. Maradona war im November im Alter von 60 Jahren an einem Herzanfall gestorben. Das medizinische Personal wird verdächtigt, den Ex-Fußballer vor seinem Tod unzureichend versorgt zu haben.

Dazu wurden alle Beteiligten nun befragt, mit Luque endeten die Voranhörungen. Nun muss die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob sie das Pflege- und Ärzteteam anklagt, Maradonas Tod durch Nachlässigkeit verursacht zu haben. Im Falle einer Anklageerhebung drohen den Beschuldigten nach einem möglicherweise jahrelangen Prozess acht bis 25 Jahre Haft.

Anfang Mai hatte ein Gutachten von 20 Medizin-Experten ergeben, dass Maradona in seiner Residenz nahe der Hauptstadt Buenos Aires von seinem Ärzteteam "seinem Schicksal überlassen" worden sei. Die "unzureichende, mangelhafte und unvorsichtige" Behandlung habe zu einem langsamen Tod des Ex-Fußballers geführt. Bei einer angemessenen Behandlung hätte Maradona dem Gutachten zufolge "eine bessere Überlebenschance" gehabt.

Luque forderte nun bei der Anhörung nach Angaben seines Anwaltes ein neues medizinisches Gutachten, vor allem auch zum Gesundheitszustand Maradonas vor seinem Tod. "Die medizinische Kommission hat medizinische Dokumente genommen, die 20 Jahre alt sind", sagte Rivas. Maradona habe entgegen den Angaben der Kommission im Vorfeld keine Herzprobleme gehabt. Er habe zwischen 2019 und 2020 vier Check-ups inklusive Kardio-Untersuchungen absolviert. "Alle diese Untersuchungen zeigen, dass alles gut war."

Maradona gilt als einer der besten Fußballer aller Zeiten. Sein Tod sorgte für Bestürzung in aller Welt. Das Leben des früheren Weltmeisters war nach seiner aktiven Karriere von vielen Aufs und Abs sowie von Drogen- und Alkoholabhängigkeit geprägt.

Luque hatte Maradonas medizinisches Team geleitet. Seine Behandlung der Fußball-Ikone hatte der Mediziner wiederholt verteidigt. Er sei "stolz darauf, was ich getan habe", sagte er unter anderem. "Ich habe mein Bestes getan. Ich habe Diego alles angeboten, was ich konnte: Manche Dinge hat er angenommen, andere nicht."

(Y.Leyard--DTZ)

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