Deutsche Tageszeitung - Putin ruft Russen zur Impfung gegen Corona auf

Putin ruft Russen zur Impfung gegen Corona auf


Putin ruft Russen zur Impfung gegen Corona auf
Putin ruft Russen zur Impfung gegen Corona auf / Foto: ©

Angesichts der sich verschlechternden Corona-Lage in Russland hat Staatschef Wladimir Putin die Bürger zur Impfung aufgerufen, eine Corona-Impfpflicht aber abgelehnt. Es habe immer schon Menschen gegeben, die Impfungen grundsätzlich ablehnten, sagte Putin am Mittwoch bei der jährlichen Fernsehsendung, bei der Zuschauer dem Präsidenten Fragen stellen dürfen. Solche Impfskeptiker seien "zahlreich" und das "nicht nur in unserem Land, sondern auch im Ausland".

Textgröße ändern:

Die Menschen sollten aber nicht "auf Leute hören, die davon nichts verstehen und Gerüchte verbreiten, sondern auf Experten", mahnte der Kreml-Chef. Zugleich stellte er klar: "Ich unterstütze Pflichtimpfungen nicht." Er selbst habe sich bereits immunisieren lassen, hob Putin hervor und gab nun bekannt, dass er den russischen Impfstoff Sputnik V erhalten habe.

Offiziell hat Russland seit Beginn der Pandemie nun schon mehr als 135.000 Todesfälle registriert - Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus. Am Mittwoch registrierte das Land den zweiten Tag in Folge einen neuen Höchststand der täglichen Corona-Toten: Nach 652 Todesopfern am Dienstag wurden nun 669 Tote binnen 24 Stunden gemeldet.

In Russland, das schon früh einen eigenen Impfstoff hatte, ist die Impfskepsis besonders verbreitet. Laut Putin haben bisher erst rund 23 Millionen der 146 Millionen Russen mindestens eine Impfdosis erhalten.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte daher am Dienstag einräumen müssen, dass das Ziel der russischen Regierung, bis zum Herbst 60 Prozent der Bevölkerung zu impfen, damit nicht mehr zu erreichen sei. Erst seit dieser Woche nehme die Zahl der Impfwilligen zu, erklärte er.

Als erste russische Stadt hat Moskau eine Art Impfpflicht eingeführt. Dienstleistungsunternehmen in der russischen Hauptstadt müssen künftig nachweisen, dass 60 Prozent ihrer Belegschaft geimpft sind. Mindestens ein Dutzend andere russische Regionen folgten dem Beispiel.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Sieben Jahre Haft für Chaosfahrt mit gestohlenem Radlader in Hessen

Das Landgericht im hessischen Marburg hat einen 29-Jährigen wegen einer Chaosfahrt mit einem gestohlenen Radlader zu sieben Jahren Haft verurteilt. Schuldig gesprochen wurde er unter anderem wegen versuchten Mordes in zwei Fällen, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte.

Bewährungsstrafe für Kinderpsychiater Michael Winterhoff in Bonn

Der Bestsellerautor und Kinderpsychiater Michael Winterhoff ist vom Landgericht Bonn wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Gericht verhängte gegen den Angeklagten neun Monate Haft auf Bewährung, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch sagte. Er wurde wegen Körperverletzung in sieben Fällen und fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. Im Übrigen wurde er freigesprochen.

Sechs Festnahmen bei Durchsuchungen wegen Schwarzarbeit in Baugewerbe

Bei bundesweiten Durchsuchungen wegen Schwarzarbeit im Baugewerbe mit Millionenschaden haben Ermittler sechs Menschen festgenommen. Insgesamt wird in den Komplex gegen 35 Menschen ermittelt, wie das Hauptzollamt Frankfurt am Main am Mittwoch mitteilte. Sie sollen Schwarzlöhne gezahlt, Sozialversicherungsbeiträge veruntreut und Steuern hinterzogen haben. 22 von ihnen sollen Servicefirmen betrieben haben, die sogenannte Abdeckrechnungen an andere Unternehmen verkauft haben sollen.

Urteil: Corona-Erkrankung von Lehrer nach Klassenfahrt kein Dienstunfall

Die Corona-Erkrankung eines verbeamteten Lehrers nach einer Klassenfahrt ist einem Gerichtsurteil zufolge kein Dienstunfall. Das Verwaltungsgericht Münster wies die Klage eines Pädagogen aus dem Kreis Warendorf in Nordrhein-Westfalen ab, wie es am Mittwoch mitteilte. Der Kläger habe nicht nachweisen können, dass er sich tatsächlich auf der Klassenfahrt angesteckt habe, hieß es zur Begründung.

Textgröße ändern: