Deutsche Tageszeitung - Mehr als 170 Waldbrände im Westen Kanadas - Flammenmeere auch in Kalifornien

Mehr als 170 Waldbrände im Westen Kanadas - Flammenmeere auch in Kalifornien


Mehr als 170 Waldbrände im Westen Kanadas - Flammenmeere auch in Kalifornien
Mehr als 170 Waldbrände im Westen Kanadas - Flammenmeere auch in Kalifornien / Foto: ©

Im Zuge der extremen Hitzewelle im Westen Kanadas sind bereits mehr als 170 Waldbrände ausgebrochen. Es gebe mindestens 174 Feuer in der Provinz British Columbia, teilten die Behörden am Samstag (Ortszeit) mit. Verteidigungsminister Harjit Sajjan entsandte Soldaten zur Unterstützung der Einsatzkräfte. Sie bereiteten Militärflugzeuge zur Brandbekämpfung und Evakuierung von Ortschaften vor. Auch im Norden des US-Bundesstaats Kalifornien kämpfte die Feuerwehr gegen große Waldbrände an.

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Von den mindestens 174 Waldbränden in British Columbia seien 78 in den vergagenen zwei Tagen ausgebrochten, teilten die Behörden der ostkanadischen Provinz mit. Allein am Freitag seien rund 12.000 Blitzschläge gezählt worden, sagte der Einsatzleiter der Brandbekämpfung in British Columbia, Cliff Chapman, dem Sender CBC. Besonders stark betroffen von den Bränden war die Gegend um die Stadt Kamloops, 350 Kilometer nordöstlich der Metropole Vancouver.

Wegen der Brände war am Freitag der Krisenstab der kanadischen Regierung unter Leitung von Premierminister Justin Trudeau zusammengetreten. "Wir werden da sein, um zu helfen", versicherte der Regierungschef anschließend. Trudeau sprach sich dazu nach eigenen Angaben mit dem Regierungschef von British Columbia, John Horgan, sowie mit Bürgermeistern und Anführern von Ureinwohnern in den bedrohten Gebieten ab.

In verschiedene Orte würden Soldaten entsandt, um bei Bedarf logistische Hilfe zu leisten und die örtlichen Einsatzkräfte zu unterstützen, kündigte Verteidigungsminister Sajjan an. "Diese Waldbrände zeigen, dass wir in der ersten Phase eines langen und schwierigen Sommers sind", erklärte der kanadische Minister für öffentliche Sicherheit, Bill Blair.

Angesichts extremer Hitze und Trockenheit herrsche in ganz British Columbia enorme Brandgefahr, warnte Provinzregierungschef Horgan. Er appellierte deshalb an die Einwohner, die Anweisungen der Behörden zu befolgen.

Etwa tausend Menschen flohen in British Columbia bereits vor den Flammen, einige von ihnen wurden vermisst. Die Ortschaft Lytton rund 250 Kilometer nordöstlich von Vancouver war in der Nacht zu Donnerstag evakuiert worden, als sich dort ein Feuer rasend schnell ausbreitete.

Das 250-Einwohner-Dorf wurde nahezu völlig zerstört. Dorfbewohner Gordon Murray sagte dem Sender CBC am Samstag, er habe sich vor seiner Flucht nur seine Haustiere und seine Brieftasche schnappen können. "Wir hatten für nichts anderes Zeit."

Zuvor war in Lytton ein landesweiter Allzeit-Temperaturrekord von 49,6 Grad Celsius gemessen worden. Auch für die kommenden Tage wurden sehr hohe Temperaturen für British Columbia vorhergesagt. Die Hitzewarnung wurde auch auf die Provinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba, Teile der Nordwest-Territorien und das nördliche Ontario ausgeweitet.

Die Gerichtsmedizin von British Columbia teilte am Freitag mit, dass es dort innerhalb einer Woche 719 Todesfälle gegeben habe, "dreimal mehr" als in einem vergleichbaren Zeitraum. Die leitende Gerichtsmedizinerin der Provinz, Lisa Lapointe, machte dafür unter anderem die hohen Temperaturen verantwortlich.

Die Behörden warnten indessen auch vor Überschwemmungen durch schmelzende Schneekappen in den Bergen oder Gletscher - ausgelöst durch die extreme Hitze.

Weiter südlich, in den US-Bundesstaaten Washington und Oregon, herrschten ebenfalls rekordverdächtige Temperaturen. In Oregon stieg die Zahl der Hitzetoten auf 94. In Nordkalifornien waren hunderte Feuerwehrleute im Einsatz, um drei Waldbrände einzudämmen. Durch die Feuer wurden bereits fast 40.000 Hektar niedergebrannt, darunter auch ein beliebtes Touristengebiet.

Die extrem hohen Temperaturen werden durch das Phänomen der "Hitzekuppel" ausgelöst. Das heißt, der Hochdruck in der Atmosphäre hält die heiße Luft in der Region fest. Der globale Klimawandel führt zum häufigeren Auftreten von Hitzewellen.

(N.Loginovsky--DTZ)

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