Deutsche Tageszeitung - Tencent schickt minderjährige Gamer nachts per Gesichtserkennung ins Bett

Tencent schickt minderjährige Gamer nachts per Gesichtserkennung ins Bett


Tencent schickt minderjährige Gamer nachts per Gesichtserkennung ins Bett
Tencent schickt minderjährige Gamer nachts per Gesichtserkennung ins Bett / Foto: ©

Der chinesische Tech-Gigant Tencent will Kinder, die heimlich nach Mitternacht noch Computer spielen wollen, nun per Gesichtserkennung entlarven und ins Bett schicken. Alle Spieler, die nachts eingeloggt sind, werden seit dieser Woche einer Gesichtskontrolle unterzogen, wie Tencent mitteilte. "Kinder, legt Eure Handys weg und geht schlafen", schrieb das Unternehmen in Online-Netzwerken.

Textgröße ändern:

In China dürfen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zwischen 22.00 und 8.00 Uhr keine Online-Spiele spielen. Damit sollen die Folgen exzessiven Computer-Spielens von der Verschlechterung der Sehkraft bis hin zu Spielsucht eingedämmt werden. Viele junge Spieler umgingen das Verbot aber, indem sie Accounts von Erwachsenen nutzten.

Um erfinderische Regelbrecher zu stoppen, macht Tencent außerdem einen Gesichtserkennungstest zur Pflicht, wenn Sicherheitseinstellungen bei Konten für Online-Spiele geändert werden. Schließlich sei es vorgekommen, dass Kinder "das Handy ihrer Eltern gestohlen" hätten, um die Einstellungen für ihre Zwecke zu verändern.

Die neuen Regeln gelten zunächst für rund 60 Online-Spiele. Dazu zählt auch das Kampfspiel "Honor of Kings", das täglich von mehr als 100 Millionen Menschen gespielt wird.

Das wachsende Interesse an Online-Spielen stellt die chinesischen Behörden vor große Herausforderungen. Seit 2018 wurde eine Reihe neuer Regeln eingeführt, darunter schärfere Restriktionen für die Darstellung von Gewalt sowie eine Obergrenze für die jährlichen Zulassungen neuer Games.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Papst Leo XIV. leitet erstmals Kreuzweg – 30.000 Gläubige am Kolosseum

Papst Leo XIV. hat am Karfreitag erstmals die Kreuzwegsprozession am Kolosseum in Rom geleitet. Rund 30.000 Gläubige aus zahlreichen Ländern versammelten sich am Freitagabend vor dem mit Fackeln feierlich beleuchteten Kolosseum zu der Zeremonie, die als Höhepunkt der Karwoche gilt.

Trump beantragt bei Kongress 152 Millionen Dollar für Wiederinbetriebnahme von Alcatraz

US-Präsident Donald Trump treibt seine Pläne voran, die berüchtigte Gefängnisinsel Alcatraz wieder in Betrieb zu nehmen. In einem am Freitag veröffentlichten Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 beantragt Trump beim Kongress dafür zunächst 152 Millionen Dollar (rund 132 Millionen Euro). Damit soll das erste Jahr der Umbaumaßnahmen der auf einer Insel in der Bucht von San Francisco gelegenen und vor mehr als 60 Jahren stillgelegten Anlage finanziert werden.

Explosion im ICE: Ermittler prüfen politische Motiv und psychische Erkrankung

Nach einem Angriff eines 20-Jährigen mit Sprengvorrichtungen in einem ICE auf dem Weg von Aachen nach Frankfurt am Main ist der Tatverdächtige wegen des Vorwurfs des versuchten Mordes in Untersuchungshaft gekommen. Eine politische Motivation des Tatverdächtigen könne nicht ausgeschlossen werden, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und die Polizei am Freitag mit. Es gebe aber auch Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Beschuldigten.

Sprengsätze im ICE: Möglicherweise politisches Motiv des Tatverdächtigen

Nach einem Angriff eines 20-Jährigen mit Sprengsätzen in einem ICE auf dem Weg von Aachen nach Frankfurt am Main hat der Staatsschutz der Bonner Polizei die Ermittlungen zu dem Fall übernommen. Eine politische Motivation des Tatverdächtigen könne nicht ausgeschlossen werden, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und die Polizei am Freitag mit. Einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach der Festgenommene als Rechtsextremer polizeibekannt ist, bestätigten die Ermittler zunächst nicht.

Textgröße ändern: