Deutsche Tageszeitung - 21 Tote bei Ausschreitungen in zwei Gefängnissen in Ecuador

21 Tote bei Ausschreitungen in zwei Gefängnissen in Ecuador


21 Tote bei Ausschreitungen in zwei Gefängnissen in Ecuador
21 Tote bei Ausschreitungen in zwei Gefängnissen in Ecuador / Foto: ©

Bei Ausschreitungen in zwei ecuadorianischen Gefängnissen sind mindestens 21 Menschen getötet worden. Weitere rund 50 Menschen wurden bei den Gewaltausbrüchen verletzt, darunter auch Sicherheitspersonal, wie die Behörden des südamerikanischen Landes am Donnerstag mitteilten. Die Gefängnisaufsicht erklärte, Elite-Einheiten hätten die Lage in beiden Gefängnissen wieder unter Kontrolle gebracht.

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In der Haftanstalt Latacunga in der im Zentrum des Landes gelegenen Provinz Cotopaxi wurden 13 Leichen gefunden, wie die Staatsanwaltschaft mitteile. Acht weitere Tote gab es nach Behörden-Angaben in einem Gefängnis der südwestlichen Provinz Guayas. Die Gefängnisaufsicht hatte die Zahl der Toten zunächst mit insgesamt 18 angegeben.

Nach Polizeiangaben hatten 31 Insassen des Gefängnisses in Latacunga versucht, während der Ausschreitungen zu fliehen. Dies sei von den Sicherheitskräften aber verhindert worden.

In den beiden Haftanstalten sowie zwei weiteren Gefängnissen hatte es im Februar bereits zeitgleich Ausschreitungen gegeben, bei denen 79 Menschen getötet worden waren. Einige Opfer waren enthauptet oder verbrannt worden. Die Regierung kündigte anschließend an, die Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken. Im April wurden allerdings erneut fünf Insassen bei Auseinandersetzungen mit Schusswaffen in der Haftanstalt in Guayaquil getötet.

Ecuadors Gefängnisse haben offiziell insgesamt weniger als 30.000 Plätze, tatsächlich sind in ihnen aber 39.000 Häftlinge untergebracht. Außerdem gibt es nur rund 1500 Gefängniswärter - etwa 2500 zu wenig. Entsprechend groß ist die Macht krimineller Banden in den Haftanstalten. Nach offiziellen Angaben hatte es im vergangenen Jahr 103 Morde in ecuadorianischen Gefängnissen gegeben.

Seit Beginn der Corona-Pandemie gibt es verstärkte Versuche, die Überfüllung in den ecuadorianischen Gefängnissen zu reduzieren. Weniger schwere Verbrechen werden inzwischen seltener mit Haft bestraft.

(W.Uljanov--DTZ)

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