Deutsche Tageszeitung - Berliner Filmemacher wegen Millionenbetrugs zu vier Jahren Haft verurteilt

Berliner Filmemacher wegen Millionenbetrugs zu vier Jahren Haft verurteilt


Berliner Filmemacher wegen Millionenbetrugs zu vier Jahren Haft verurteilt
Berliner Filmemacher wegen Millionenbetrugs zu vier Jahren Haft verurteilt / Foto: ©

Ein Berliner Filmemacher, der zusammen mit einem Rechtsanwalt ein libysches Unternehmen mittels einer falschen Mahnung und eines Vollstreckungsbescheids um mehrere Millionen betrogen haben soll, ist zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der Rechtsanwalt wurde nach Gerichtsangaben vom Montag zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Das Strafmaß war bereits am Freitag verkündet worden, am Montag wurde die Urteilsverkündung fortgesetzt.

Textgröße ändern:

Der Rechtsanwalt soll im Mai 2011 inmitten der Aufstände in Libyen und einige Monate vor dem Tod von Machthaber Muammar al-Gaddafi im Namen eines Architekturbüros einen Mahnbescheid und später einen Vollstreckungsbescheid gegen ein libysches Unternehmen beantragt haben. Das Architekturbüro soll diesen Auftrag allerdings gar nicht erteilt haben.

Der Rechtsanwalt soll dann Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen das Unternehmen eingeleitet und so einige Millionen Dollar erhalten haben, die er absprachegemäß aber nicht dem Architekturbüro, sondern dem Filmemacher und dessen Firma weiterleitete. Beide wurden des Computerbetrugs schuldig gesprochen. Etwa zwölf Millionen Euro werden gesamtschuldnerisch eingezogen.

Mehrere Prozessanläufe waren zunächst gescheitert, weil sich der Filmemacher, der inzwischen in Malta lebte, mit ärztlichen Attesten entschuldigen ließ. Das Gericht kam jedoch zu der Auffassung, dass er sich so dem Verfahren entziehen wollte, und erließ im November 2019 einen Haftbefehl. Im August 2020 wurde er in Malta festgenommen und nach Deutschland gebracht.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Mutmaßlicher Dreifachmord in Bayern: Prozess gegen 38-Jährigen ab Oktober

Vor dem Landgericht im bayerischen Deggendorf beginnt am 1. Oktober ein Prozess wegen mutmaßlichen dreifachen Mordes gegen einen 38-Jährigen aus dem Landkreis Regen. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, geht es dabei um drei Taten vom Sommer 2025 in der Nachbarschaft des Angeklagten. Dabei soll der Mann jeweils unter Drogeneinfluss gestanden haben.

Neue Freundin von Mann erstochen: Bundesgerichtshof bestätigt Essener Mordurteil

Eine wegen der Ermordung einer anderen Frau verurteilte Angeklagte ist vor dem Bundesgerichtshof (BGH) erfolglos gegen das Urteil vorgegangen. Der BGH fand in der Entscheidung des Landgerichts Essen keine Rechtsfehler, wie aus einem am Mittwoch in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss hervorgeht. Das Landgericht hatte festgestellt, dass die Frau die neue Freundin ihres Manns auf offener Straße erstochen hatte. (Az. 4 StR 158/26)

Datenanalyse: Teenager in Australien nutzen Onlinedienste fast so stark wie vor Verbot

Nach der Einführung des weltweit ersten Onlinedienste-Verbots für Kinder und Jugendliche in Australien haben junge Menschen in dem Land Angebote wie Instagram und Tiktok zuletzt offenbar wieder verstärkt genutzt. Bei einigen Anwendungen nähern sich die Nutzungsraten dem Niveau vor dem Verbot im Dezember, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten von Qustodio, einer Kontroll-App für Eltern, zeigten.

Kettenkarussell bleibt stehen: Fahrgäste in Hamburg aus 25 Metern Höhe gerettet

Anderthalb Stunden haben Fahrgäste eines kaputten Kettenkarussells in 25 Metern Höhe ausharren müssen, bis die Feuerwehr sie sicher zu Boden brachte. Der Vorfall passierte am späten Dienstagabend auf dem Hamburger Volksfest Dom, wie die Feuerwehr der Hansestadt am Mittwoch mitteilte. Das Karussell hat demnach einen Turm von 70 Metern Höhe, es sei wegen eines Defekts auf halber Höhe stehen geblieben.

Textgröße ändern: