Deutsche Tageszeitung - Apple will Geräte von US-Nutzern auf Bilder von Kindesmissbrauch untersuchen

Apple will Geräte von US-Nutzern auf Bilder von Kindesmissbrauch untersuchen


Apple will Geräte von US-Nutzern auf Bilder von Kindesmissbrauch untersuchen
Apple will Geräte von US-Nutzern auf Bilder von Kindesmissbrauch untersuchen / Foto: ©

Nach einem Update des Betriebssystems sollen Geräte von Apple künftig Bilder mit sexuellem Missbrauch von Kindern erkennen und melden, sobald sie in den Vereinigten Staaten in den Online-Speicher hochgeladen werden. "Wir wollen dazu beitragen, Kinder vor Tätern zu schützen, die Kommunikationsmittel nutzen, um sie anzuwerben und auszubeuten, und die Verbreitung von Material mit sexuellem Kindesmissbrauch einschränken", erklärte der US-Technologiekonzern am Donnerstag (Ortszeit).

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Eine neue Technologie ermöglicht es demnach der Software von Apple-Mobilgeräten, missbräuchliche Fotos auf dem Telefon eines Nutzers mit einer Datenbank bekannter Missbrauchsbilder abzugleichen, die von Kinderschutzorganisationen zur Verfügung gestellt werden, und die Bilder dann zu markieren, wenn sie in den Online-Speicher iCloud von Apple hochgeladen werden. Solche Bilder würden dann an das Nationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder gemeldet, das mit der Polizei zusammenarbeitet.

Zudem soll die Apple-App Messages Kinder und ihre Eltern warnen, wenn sie sexuell eindeutige Fotos erhalten oder senden. "Wenn diese Art von Inhalten empfangen wird, wird das Foto unscharf und das Kind wird gewarnt", erklärte der Konzern. Auch der Sprachassistent Siri soll einschreiten, wenn Nutzer versuchen, nach Themen im Zusammenhang mit sexuellem Kindesmissbrauch zu suchen.

Datenschützer sehen in den geplanten Änderungen eine potenzielle "Hintertür", die von Regierungen oder anderen Gruppen ausgenutzt werden könnte. Greg Nojeim vom Zentrum für Demokratie und Technologie in Washington sagte, dass "Apple sein branchenübliches verschlüsseltes End-to-End-Nachrichtensystem durch eine Infrastruktur für Überwachung und Zensur" ersetze. Dies mache die Nutzer "anfällig für Missbrauch und Ausspähung nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auf der ganzen Welt".

Apple entgegnet Kritikern, dass es keinen direkten Zugriff auf die Bilder habe und Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre und der Sicherheit ergriffen habe.

(A.Nikiforov--DTZ)

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