Deutsche Tageszeitung - WHO: Erster Infektionsfall mit tödlichem Marburg-Virus in Westafrika bestätigt

WHO: Erster Infektionsfall mit tödlichem Marburg-Virus in Westafrika bestätigt


WHO: Erster Infektionsfall mit tödlichem Marburg-Virus in Westafrika bestätigt
WHO: Erster Infektionsfall mit tödlichem Marburg-Virus in Westafrika bestätigt / Foto: ©

In Westafrika ist erstmals ein Fall des hochgefährlichen Marburg-Virus nachgewiesen worden. Die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Afrika, Matshidiso Moeti, erklärte am Montag, der Fall sei in Guinea entdeckt worden - weniger als zwei Monate, nachdem in dem Land ein Ebola-Ausbruch für beendet erklärt worden sei. Das Marburg-Virus, das ein hämorrhagisches Fieber auslösen kann, stammt aus derselben Erregerfamilie wie das Ebola-Virus.

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Das Marburg-Virus habe das Potenzial, sich "weit zu verbreiten", sagte Moeti. Es müsse deshalb rasch gestoppt werden. Laut WHO ist die Gefahr einer Epidemie in dem Land und der Region "hoch", weltweit jedoch "gering".

Die WHO arbeitet laut Moeti mit den nationalen Gesundheitsbehörden an geeigneten Maßnahmen, um das Virus einzudämmen. Dabei baue sie auf "Guineas Erfahrung und Expertise im Umgang mit Ebola, das auf ähnliche Weise übertragen wird", sagte Moeti weiter.

Die Regierung Guineas bestätigte den Fall. Moeti lobte die "Wachsamkeit und die schnellen Ermittlungen" der Gesundheitsbehörden.

Nachgewiesen wurde das Virus den WHO-Angaben zufolge bei einem am 2. August gestorbenen Patienten in einem Dorf in der Präfektur Guéckédou im Süden von Guinea. In dieser Präfektur fand auch der jüngste Ausbruch des Ebola-Virus statt.

Der Mann war laut WHO in einem örtlichen Krankenhaus behandelt worden. Nachdem sich seine Symptome verschlimmert hatten, wurde ein medizinisches Untersuchungsteam in die Klinik entsandt. Gut eine Woche nach Auftreten der ersten Symptome verstarb der Mann. Nach seinem Tod entnommene Proben seien zunächst negativ auf Ebola, dann aber positiv auf das Marburg-Virus getestet worden.

Ein Team aus zehn WHO-Experten ist bereits vor Ort um die nationalen Gesundheitsbehörden bei Notfallmaßnahmen zu unterstützen sowie weitere Tests in der Bevölkerung vorzunehmen.

Drei Angehörige des Toten sowie ein Mitglied des medizinischen Personals wurden laut WHO als Hochrisikofälle identifiziert und ihr Gesundheitszustand wird überwacht. Außerdem würden weitere Kontaktpersonen des Manns ermittelt, und untersucht, wo sich der Mann angesteckt haben könnte.

Die Regierung von Guinea sprach von insgesamt 155 Kontaktpersonen, die täglich überwacht würden. Seit Beginn der Untersuchungen am 4. August habe es keine Verdachtsfälle auf das Marburg-Virus mehr gegeben.

Auch die grenzüberschreitende Überwachung wird laut WHO intensiviert, damit mögliche weitere Fälle rasch erkannt werden könnten. Die Nachbarstaaten Guineas seien in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Das Marburg-Virus wird laut WHO durch Flughunde auf den Menschen übertragen. Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung erfolgt unter anderem durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten, aber auch über Oberflächen. Zu den Symptomen des Marburg-Fiebers gehören hohes Fieber und starke Kopfschmerzen. Die Sterblichkeit liegt laut WHO bei bis zu 88 Prozent. Zugelassene Impfstoffe gegen das Marburg-Virus existieren bislang nicht.

Im vergangenen Jahr war es in Guinea zu einem Ebola-Ausbruch gekommen, den die WHO Mitte Juni für beendet erklärte. Im Zusammenhang mit dem Ebola-Ausbruch starben in Guinea zwölf Menschen.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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