Deutsche Tageszeitung - Weiterer Tatverdächtiger in Missbrauchskomplex Münster steht vor Gericht

Weiterer Tatverdächtiger in Missbrauchskomplex Münster steht vor Gericht


Weiterer Tatverdächtiger in Missbrauchskomplex Münster steht vor Gericht
Weiterer Tatverdächtiger in Missbrauchskomplex Münster steht vor Gericht / Foto: ©

Vor dem Landgericht Münster hat am Dienstag ein Prozess gegen einen weiteren Tatverdächtigen im Missbrauchskomplex begonnen. Zur Verlesung der Anklage wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Staatsanwaltschaft legt dem 38-Jährigen aus Wuppertal zur Last, einen damals Neunjährigen vermutlich im Auto von dessen bereits wegen Kindesmissbrauchs verurteiltem Ziehvater Adrian V. schwer sexuell missbraucht zu haben.

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Bei dem Opfer handle es sich um den Jungen, der unter anderem in einer Gartenlaube in Münster von mehreren Männern schwer sexuell missbraucht worden war. Zudem soll der Wuppertaler kinderpornografische Dateien besessen und weitergegeben haben. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten fanden Ermittler diverse Datenträger mit mindestens 127 kinderpornografischen Bilddateien.

Nach Angaben des Gerichtssprechers legte der 38-Jährige ein Teilgeständnis ab. Demnach räumte er ein, Kinderpornografie besessen und verschickt zu haben. Den Missbrauch habe er jedoch bestritten. "Er hat bestätigt, dass es ein Treffen mit Adrian V. und dem Kind gab", erklärte der Sprecher. Den weiteren Verlauf der Zusammenkunft habe der Angeklagte jedoch anders geschildert.

Laut Anklagevorwurf soll der Wuppertaler im Februar 2019 per Chat ein Treffen mit V. und dem neunjährigen Sohn dessen Lebensgefährtin ausgemacht haben. Am Tag der Verabredung habe der Wuppertaler den Mann aus Münster dazu aufgefordert, ihm ein Foto des unbekleideten Jungen zu schicken.

Der Ziehvater des Jungen nahm laut Staatsanwaltschaft zwei "geschlechtsbetonte" Fotos des von ihm "zu entsprechenden Posen aufgeforderten" Kinds auf und schickte sie dem Wuppertaler zu. Im März soll es schließlich zum gemeinsamen Treffen in einem Waldstück in der Nähe von Dülmen gekommen sein. Vermutlich im Auto des Manns aus Münster soll der Angeklagte den Neunjährigen schwer sexuell missbraucht haben.

Der 38-Jährige befindet sich seit Februar in Untersuchungshaft. Für das Verfahren wurden zunächst fünf Verhandlungstage angesetzt. Bei dem Wuppertaler handelt es sich um den 13. Tatverdächtigen, gegen den die Staatsanwaltschaft Münster seit dem Beginn der Ermittlungen in der Missbrauchsserie Anklage erhob. Im Zusammenhang mit dem Komplex sind bisher sieben Urteile ergangen. Ein weiteres Verfahren gegen die Lebensgefährtin von V. läuft noch.

(N.Loginovsky--DTZ)

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