Deutsche Tageszeitung - Schwerer Tornado zieht Schneise der Verwüstung durch ostfriesische Gemeinde

Schwerer Tornado zieht Schneise der Verwüstung durch ostfriesische Gemeinde


Schwerer Tornado zieht Schneise der Verwüstung durch ostfriesische Gemeinde
Schwerer Tornado zieht Schneise der Verwüstung durch ostfriesische Gemeinde / Foto: ©

Ein starker Tornado hat in der Gemeinde Großheide in Ostfriesland zahlreiche Häuser teils erheblich beschädigt. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers vom Dienstag waren mindestens 50 Gebäude betroffen sowie fünf davon wegen schwerer Beschädigungen unbewohnbar. Verletzt wurde bei dem Unwetter vom Montagabend nach einer ersten Bilanz der Einsatzkräfte allerdings niemand.

Textgröße ändern:

Wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdiensts (DWD) am Dienstag in Offenbach mitteilte, handelte es sich um einen Tornado der Stufe F2 mit geschätzten Rotationswindgeschwindigkeiten von rund 180 bis 250 Stundenkilometern. Die Einstufung sei "eindeutig", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Dies belegten entsprechende Videos sowie die Schäden. Diese dienten zur Ermittlung der Sturmstärke.

Der Feuerverband des Landkreises Aurich bezeichnete das Fehlen von Verletzten angesichts der massiven Schäden in einer ersten Einsatzbilanz als "Wunder". Demnach riss der Tornado "massive Gebäudeteile" aus Häusern, deckte Dächer ab und schleuderte Äste und Steine in Fenster. Zudem riss der Sturm zahlreiche Bäume um, die teils auf mehreren hundert Metern Länge Straßen blockierten.

Die Helfer hätten sich den Weg zu den beschädigten Häusern "mit Motorsägen freischneiden" müssen, berichtete der Verband. Weit mehr als hundert Feuerwehrleute waren teilweise ganze Nacht über im Einsatz, um Straßen zu räumen und die beschädigten Häuser zu sichern. Energieversorger schalteten Strom- und Gasleitungen ab.

Nach Angaben der Polizei in Aurich gab es am Dienstag zunächst noch keinen genaueren Überblick über das Ausmaß der Schäden. Auch zahlreiche Autos wurden in Mitleidenschaft gezogen. Für Bewohner der besonders stark beschädigten Häuser organisierte die Gemeinde noch während der Nacht Notunterkünfte in freien Ferienwohnungen.

Der Sturm hatte den küstennahen Ort im Westen Niedersachsens am Montagabend gegen 20.15 Uhr getroffen. Auf Bildern der Feuerwehr waren Häuser mit abgedeckten und teils aufgerissenen Dächern zu sehen, außerdem von Balken und anderen Trümmern übersäte Straßen.

Videos, die am über den Kurzbotschaftendienst Twitter verbreitet wurden, zeigten darüber hinaus den rotierenden Tornado, der sich schnell durch die betroffene Region bewegte. Der Tornado sei "gut dokumentiert", sagte der DWD-Sprecher. Tornados werden auf der international gebräuchlichen sogenannten Fujita-Skala je nach Stärke in aufsteigende in Stufen eingeteilt. Realistisch sind Stärken von F0 bis F5. F2 entspricht einem schwereren Tornado.

Dem Sprecher zufolge werden Tornados dieser Stärke in Deutschland im Schnitt nicht mehr als etwa fünfmal im Jahr beobachtet. Die meisten der in etwa 20 bis 60 Tornados, die hierzulande jedes Jahr nachgewiesen werden, fallen in die Stufen F0 und F1.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Verheerende Sturzflut: Mindestens 160 Tote und hunderte Vermisste in Nepal und Tibet

Verheerende Sturzflut in Nepal: Bei schweren Überschwemmungen und Erdrutschen sind in dem Himalaya-Staat am Mittwoch mindestens 157 Menschen ums Leben gekommen. Zusammen mit von den chinesischen Behörden gemeldeten drei Toten im an Nepal angrenzenden Tibet starben mindestens 160 Menschen infolge der Katastrophe. Mehrere hundert Menschen wurden noch vermisst, darunter zahlreiche Ausländer.

Zahl der Toten nach Überschwemmungen in Nepal steigt auf 157

Nach den verheerenden Überschwemmungen in Nepal ist die Zahl der Toten auf mindestens 157 gestiegen. Dies teilte die Polizei des Himalaya-Staats am Mittwoch mit. In einer vorherigen Zwischenbilanz hatte sie die Zahl der Todesopfer mit 95 angegeben. Zusammen mit von den chinesischen Behörden gemeldeten drei Toten in Tibet kamen damit mindestens 160 Menschen infolge des Unwetters ums Leben.

Protest gegen fremdenfeindliche Gewalt: Salif Keita sagt Konzerte in Südafrika ab

Aus Protest gegen die fremdenfeindliche Gewalt in Südafrika hat der malische Musiker Salif Keita alle seine bevorstehenden Konzerte in dem Land abgesagt. Er treffe die Entscheidung "schweren Herzens", erklärte der international bekannte Sänger und Songschreiber im Onlinenetzwerk Facebook. Er könne die Berichte über fremdenfeindliche Gewalt gegen "unseren afrikanischen Brüdern und Schwestern" aber nicht ignorieren. Seine Managerin bestätigte Keitas Entscheidung am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Mehr als 90 Tote bei Überschwemmungen in Nepal - Hunderte Touristen vermisst

Bei verheerenden Überschwemmungen in Nepal sind mehr als 90 Menschen getötet worden, hunderte Touristen werden zudem vermisst. Bislang seien 95 Tote geborgen worden, sagte Polizeisprecher Abi Narayan Kafle am Mittwoch. Die Tourismusbehörde sprach von 403 vermissten Touristen, darunter 341 Ausländer. Dem Auswärtigen Amt in Berlin lagen zunächst keine Erkenntnisse über betroffene Deutsche vor. Chinesische Staatsmedien berichteten über einen Erdrutsch im chinesisch-nepalesischen Grenzgebiet mit mindestens drei Toten.

Textgröße ändern: