Deutsche Tageszeitung - Iran meldet erneut Rekordwert bei Corona-Todesfällen

Iran meldet erneut Rekordwert bei Corona-Todesfällen


Iran meldet erneut Rekordwert bei Corona-Todesfällen
Iran meldet erneut Rekordwert bei Corona-Todesfällen / Foto: ©

Der Iran hat am Sonntag erneut einen Rekordwert bei den Corona-Todesfällen gemeldet. Innerhalb von 24 Stunden starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums 684 Menschen an Covid-19 - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie vor anderthalb Jahren. Die Zahl der Neuinfektionen lag bei mehr als 36.400, etwas weniger als vor einer Woche.

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Der Iran ist das am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Land der Region, nach offiziellen Angaben starben bereits mehr als 102.000 Menschen nach einer Corona-Infektion. Allerdings räumen selbst die iranischen Gesundheitsbehörden ein, dass die Dunkelziffer vermutlich viel höher liegt.

Derzeit kämpft das Land gegen eine neue Corona-Welle, die durch die hochansteckende Delta-Variante befeuert wird. Trotzdem werden die Maßnahmen gelockert: Erst am Samstag ging ein sechstägiger Lockdown zu Ende, der unter anderem die Schließung von Behörden, Banken und Geschäften umfasste.

Auf dem Tajrish-Basar in Teheran wurde die Aufhebung der Verbote mit gemischten Gefühlen aufgenommen. "Heute habe ich meine Impfung bekommen und war einkaufen, weil ich geistig so erschöpft war, dass ich nicht mehr zu Hause bleiben konnte", sagte die Hausfrau Schamsisadat der Nachrichtenagentur AFP.

Der Verkäufer Salman beklagte sich jedoch, dass die Behörden trotz der Schließung des Marktes kein Verbot öffentlicher Versammlungen verhängt hätten. "Während der Markt geschlossen war, reisten die Menschen von einer Provinz in die andere und tauschten sich aus", sagte er. Am Donnerstag hatten die schiitischen Muslime das Aschura-Fest gefeiert, unter anderem mit großen Prozessionen unter freiem Himmel.

Eigentlich ist das Reisen mit dem Privatauto zwischen verschiedenen Provinzen noch bis kommenden Freitag untersagt. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums beklagte die "extrem niedrige" Bereitschaft vieler Bürger, sich noch an Lockdown-Regeln zu halten.

Wegen US-Sanktionen ist es laut der iranischen Regierung schwierig, Impfstoff zu importieren. Ein Sprecher der nationalen Covid-Taskforce kündigte nun an, dass das Land bis Ende September 30 Millionen Dosen Impfstoff und bis Mitte November weitere 30 Millionen Dosen importieren werde. Laut dem Gesundheitsministerium sind 16,7 Millionen der 83 Millionen Einwohner einmal geimpft, nur 5,8 Millionen von ihnen haben eine zweite Dosis erhalten.

(W.Budayev--DTZ)

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