Deutsche Tageszeitung - Deftige Strafen für Kirchgänger in Sydney wegen Verletzung des Corona-Lockdowns

Deftige Strafen für Kirchgänger in Sydney wegen Verletzung des Corona-Lockdowns


Deftige Strafen für Kirchgänger in Sydney wegen Verletzung des Corona-Lockdowns
Deftige Strafen für Kirchgänger in Sydney wegen Verletzung des Corona-Lockdowns / Foto: ©

Nach der bewussten Verletzung des Corona-Lockdowns in der australischen Metropole Sydney hat die Polizei die international verbreitete Freikirche Christ Embassy und mehrere Gläubige zu deftigen Strafzahlungen verdonnert. Polizeiangaben vom Montag zufolge muss die Kirche 5000 Australische Dollar (3054 Euro) zahlen, weil sie am Sonntag in der Gemeinde Blacktown für rund 60 Gläubige einen Präsenz-Gottesdienst abgehalten hatte. An 30 Gemeindemitglieder gingen Bußgeldbescheide in Höhe von jeweils 1000 Dollar.

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Christ Embassy mit Hauptsitz im nigerianischen Lagos ist bekannt dafür, Verschwörungstheorien zur Corona-Pandemie zu verbreiten. Australische Medien zitierten aus einer auf Facebook veröffentlichten Predigt während des Gottesdienstes, wonach die Freikirche "alle Lockdowns im Namen Jesu für beendet" erklärt. Die Videos auf der Facebook-Seite von Christ Embassy Sydney sind inzwischen gelöscht, die Kirche war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Es sei "entmutigend und enttäuschend", wenn Menschen bewusst allem widersprächen, "von dem wir wissen, dass es funktioniert", sagte die Regierungschefin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian. Aufgrund eines massiven Corona-Ausbruchs gilt für den gesamten Großraum Sydney derzeit ein strikter Lockdown. Einwohner dürfen ihre Wohnungen nur noch aus wenigen Gründen verlassen, unter anderem, um Sport zu treiben, das Nötigste einzukaufen oder bei gesundheitlichen Notfällen. Gottesdienste sind nur virtuell erlaubt.

Australien hatte die Corona-Pandemie mit der Schließung seiner Grenzen, der schnellen Verhängung von Lockdowns bei bekannten Fällen und intensiver Kontaktverfolgung lange weitgehend eindämmen können. In den vergangenen Monaten stieg jedoch aufgrund der hochansteckenden Delta-Variante die Zahl der Infektionen. Zugleich ist die Impfrate sehr niedrig.

Auch Neuseeland, das eine ähnliche Null-Covid-Strategie verfolgt, kämpft derzeit gegen einen Ausbruch mit der Delta-Variante. Trotz eines sofort verhängten landesweiten Lockdowns in der vergangenen Woche hatte der erste im Inland übertragene Corona-Fall zu weiteren Ansteckungen geführt. Premierministerin Lucinda Ardern kündigte am Montag an, den landesweiten Lockdown bis Freitag und die Ausgangssperre in Auckland bis zum 31. August zu verlängern. Der Ausbruch habe seinen Höhepunkt noch nicht erreicht, sagte sie zur Begründung.

(W.Budayev--DTZ)

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