Deutsche Tageszeitung - Griechenland trauert um weltberühmten Komponisten Mikis Theodorakis

Griechenland trauert um weltberühmten Komponisten Mikis Theodorakis


Griechenland trauert um weltberühmten Komponisten Mikis Theodorakis
Griechenland trauert um weltberühmten Komponisten Mikis Theodorakis / Foto: ©

Griechenland trauert um einen Volkshelden: Der weltberühmte Komponist Mikis Theodorakis ist im Alter von 96 Jahren in Athen gestorben, wie am Donnerstag aus Krankenhauskreisen verlautete. Er schuf mit der Titelmelodie zum Film "Alexis Sorbas" aus dem Jahr 1964 das möglicherweise bekannteste Stück griechischer Musik überhaupt. In seiner Heimat ist Theodorakis auch als ehemaliger Widerstandskämpfer und Aktivist bekannt. Bei einer dreitägigen Staatstrauer wollen die Griechen seiner gedenken.

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Die griechische Kulturministerin Lina Mendoni würdigte den Künstler als "Teil der Seele Griechenlands". "Unser Mikis, der Lehrer, der Intellektuelle, der Radikale ist von uns gegangen." Staatspräsidentin Katerina Sakellaropoulou nannte Theodorakis, der neben Filmmusik auch Opern und Volksmusik komponierte, "einen Universalkünstler" mit "unschätzbarem Wert für unsere Musikkultur". Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis kündigte eine dreitägige Staatstrauer an.

In den letzten Jahren seines Lebens hatte Theodorakis unter Herzproblemen gelitten, unter anderem musste er bereits 2019 ins Krankenhaus.

In Griechenland wird der Künstler auch als Widerstandskämpfer gegen die deutsche und italienische Besatzung im Zweiten Weltkrieg verehrt. Während des griechischen Bürgerkriegs von 1946 bis 1949 kämpfte Theodorakis auf Seiten der Kommunisten. Zur Zeit der Militärdiktatur 1967 bis 1974 galt er erneut als Ikone des Widerstands.

Auch im Alter betätigte sich der der im Juli 1925 auf der Insel Chios geborene Komponist noch als politischer Aktivist. Im Streit zwischen Griechenland und Mazedonien stellte er sich gegen die Einigung mit Skopje auf den Namen Nordmazedonien für das Nachbarland.

Im Jahr 2012 wurde er durch Tränengas der Polizei verletzt, als er vor dem Athener Parlament gegen die von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds verordnete Sparpolitik demonstrierte. Dem ehemaligen Regierungschef Alexis Tsipras stand Theodorakis sehr kritisch gegenüber.

(A.Stefanowych--DTZ)

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