Deutsche Tageszeitung - Mindestens 14 Tote bei verheerenden Sturzfluten im Großraum New York

Mindestens 14 Tote bei verheerenden Sturzfluten im Großraum New York


Mindestens 14 Tote bei verheerenden Sturzfluten im Großraum New York
Mindestens 14 Tote bei verheerenden Sturzfluten im Großraum New York / Foto: ©

Verheerende Sturzfluten, überschwemmte U-Bahn-Stationen und mindestens 14 Tote: Die Ausläufer von Hurrikan "Ida" haben die US-Metropole New York in der Nacht zum Donnerstag schwer getroffen. Der Nationale Wetterdienst rief erstmals in der Geschichte der Millionenstadt eine "Sturzflut-Notlage" aus. Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem "historischen Wettereignis" mit "Rekord-Regenfällen in der ganzen Stadt, heftigen Überschwemmungen und gefährlichen Bedingungen auf unseren Straßen".

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Betroffen waren in New York unter anderem die Stadtteile Manhattan, Brooklyn und Queens. Dort starben mindestens neun Menschen. Acht von ihnen hätten sich nicht aus ihren Kellern in Queens und Brooklyn retten können, erklärte die Polizei. Die Opfer waren zwischen zwei und 86 Jahre alt. Die Rettungskräfte waren die ganze Nacht im Einsatz und mussten hunderte Menschen bergen.

Weitere vier Menschen kamen in der Stadt Elizabeth City im benachbarten Bundesstaat New Jersey ums Leben, wie ein Sprecher des Rathauses der Nachrichtenagentur AFP sagte. Ein weiterer Todesfall wurde in der Stadt Passaic gemeldet. Örtliche Medien berichteten von mindestens 22 Toten im Raum New York.

"Bringen Sie sich jetzt in Sicherheit", mahnten die New Yorker Behörden und warnten vor umherfliegenden Trümmern. Viele Straßen der Metropole verwandelten sich innerhalb kürzester Zeit in Flüsse, U-Bahn-Stationen wurden geflutet, die New Yorker Flughäfen strichen hunderte Flugverbindungen. Ein Video zeigte einen überfluteten Terminal in Newark.

Im Central Park fielen innerhalb einer Stunde 80 Millimeter Regen - ein Rekord. Der Wetterdienst rief alle Bewohner eindringlich auf, zu Hause zu bleiben: "Sie können nicht wissen, wie tief das Wasser ist, es ist zu gefährlich: Fahren Sie nicht."

Viele New Yorker waren fassungslos angesichts des Unwetters. "Ich bin 50 Jahre alt und ich habe noch nie so viel Regen gesehen", sagte Metodija Mihajlov, dessen Restaurant in Manhattan unter Wasser gesetzt wurde, der Nachrichtenagentur AFP. "Es war wie im Dschungel, wie tropischer Regen. Unglaublich."

Auch das Tennisturnier US Open musste am Mittwochabend unterbrochen werden, als Regen durch das Dach der Tennishalle strömte.

Für den gesamten Bundesstaat New York wurde der Notstand verhängt. Der Schritt solle möglichst schnelle Hilfe für alle Betroffenen ermöglichen, erklärte Gouverneurin Kathy Hochul. Aus anderen Gebieten im Nordosten der USA wurden ebenfalls Sturmschäden gemeldet. In den Bundesstaaten New York, Pennsylvania und New Jersey waren zehntausende Haushalte ohne Strom.

Nach der Regennacht wachten die Bewohner New Yorks am Donnerstag bei strahlend blauem Himmel auf. Anwohner räumten umgestürzte Äste von den Straßen, während der U-Bahn-Verkehr langsam wieder aufgenommen wurde.

In Annapolis im Bundesstaat Maryland, etwa 50 Kilometer von der US-Hauptstadt Washington entfernt, entwurzelte ein Tornado Bäume und stürzte Strommasten um. In dem Bundesstaat starb ein 19-Jähriger bei Überschwemmungen, ein weiterer Mensch wurde vermisst.

"Ida" war am Wochenende als Hurrikan der zweithöchsten Stufe vier im Südstaat Louisiana auf Land getroffen. Der Wirbelsturm richtete dort verheerende Schäden an, schwächte sich in der Folge ab und zog weiter Richtung Nordosten der USA. US-Präsident Joe Biden wird am Freitag in Louisiana erwartet, er will sich dort ein Bild vom Ausmaß der Schäden machen. Nach wie vor haben in dem Bundesstaat mehr als 900.000 Haushalte keinen Strom.

Erst vor eineinhalb Wochen hatte der Tropensturm "Henri" im Nordosten der USA für Stromausfälle und Überschwemmungen gesorgt.

(A.Stefanowych--DTZ)

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