Deutsche Tageszeitung - Apple stellt Kinderschutzmaßnahme aus Datenschutzgründen zurück

Apple stellt Kinderschutzmaßnahme aus Datenschutzgründen zurück


Apple stellt Kinderschutzmaßnahme aus Datenschutzgründen zurück
Apple stellt Kinderschutzmaßnahme aus Datenschutzgründen zurück / Foto: ©

Apple hat die Einführung einer neuen Software gegen sexuellen Missbrauch von Kindern aus Datenschutzgründen verschoben. "Wir haben beschlossen, uns in den kommenden Monaten mehr Zeit zu nehmen, um Anregungen zu sammeln und Verbesserungen vorzunehmen, bevor wir diese wichtigen Kinderschutzfunktionen freigeben", teilte das Unternehmen am Freitag mit. In der Erklärung verwies Apple auf Kritik von Nutzern, Datenschützern und Wissenschaftlern.

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Ursprünglich sollten Apple-Geräte nach einem Update des Betriebssystems künftig Bilder von sexuellem Missbrauch von Kindern automatisch erkennen und melden, sobald sie von Nutzern in den Vereinigten Staaten in den Online-Speicher hochgeladen werden. Dafür sollten die Fotos mit einer Datenbank bekannter Missbrauchsbilder abgeglichen werden, die von Kinderschutzorganisationen zur Verfügung gestellt werden, und gegebenenfalls den Behörden gemeldet werden.

Kritiker der Maßnahme begrüßten die Verschiebung der Einführung. "Das ist keine neue Symbolleiste, sondern ein Eingriff in die Privatsphäre, der eine Milliarde Nutzer betrifft", schrieb der Kryptographie-Experte Matthew Green von der Johns-Hopkins-Universität im Onlinedienst Twitter. Kinderschutzgruppen kritisierten die Entscheidung dagegen.

Datenschützer sehen in den geplanten Änderungen eine potenzielle "Hintertür" für den Zugang zu Apple-Geräten, die von Regierungen oder anderen Gruppen ausgenutzt werden könnte.

(O.Tatarinov--DTZ)

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