Deutsche Tageszeitung - Rauch und Brandgeruch im russischen Teil der Raumstation ISS

Rauch und Brandgeruch im russischen Teil der Raumstation ISS


Rauch und Brandgeruch im russischen Teil der Raumstation ISS
Rauch und Brandgeruch im russischen Teil der Raumstation ISS / Foto: ©

Im russischen Teil der Internationalen Raumstation ISS hat es in der Nacht zum Donnerstag einen Feueralarm gegeben - nach Angaben der Besatzung roch es nach verbranntem Plastik. Wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mitteilte, löste um 03.55 Uhr (MESZ) ein Rauchmelder im russischen Servicemodul "Swesda" bei einer automatischen Batterieaufladung Alarm aus. Danach sei ein Luftfilter in Betrieb genommen worden, um eine "mögliche" Luftverschmutzung durch Rauch zu entfernen.

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Die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti zitierte am Donnerstagmorgen aus den Gesprächen der Besatzung mit der Bodenkontrolle, die von der US-Raumfahrtbehörde Nasa aufgezeichnet wurden. Daraus geht hervor, dass die Crew nach dem Alarm Rauch und einen ungewöhnlichen Geruch bemerkte. Laut RIA Nowosti meldete der französische Astronaut Thomas Pesquet einen Geruch nach "brennendem Plastik oder Elektrogeräten", der über die Lüftung vom russischen in den US-Teil der Raumstation geströmt sei.

Roskosmos erklärte, die Besatzung sei in Sicherheit und habe nach dem Alarm weitergeschlafen. Alle Systeme an Bord funktionierten "normal" und die Besatzung bereite sich weiter auf einen Außeneinsatz der beiden Kosmonauten Oleg Nowizki und Pjotr Dubrow vor, der am Donnerstagnachmittag stattfinden sollte.

Ein russischer Raumfahrtexperte hatte sich Ende August besorgt über den Zustand des russischen Teils der SS geäußert. Etwa 80 Prozent der Bordsysteme hätten "das Ende ihrer Wartungszeit erreicht", sagte der Chefingenieur des Raumfahrtunternehmens Energia, Wladimir Solowjow. Daher könnten jederzeit "irreparable Fehler auftreten".

Energia war maßgeblich an der Entwicklung des russischen ISS-Moduls beteiligt. Moskau hatte bereits in der Vergangenheit unter Verweis auf veraltete Bauteile angekündigt, die ISS nach 2025 aufzugeben und eine eigene Raumstation aufzubauen.

Ende August hatte Solowjow über kleine Risse im russischen Frachtmodul "Sarja" informiert, einem der ältesten Teile der ISS. Das Servicemodul "Swesda" hatte bereits mehrfach Sauerstofflecks, zuletzt im Juli. Ebenfalls im Juli hatte das neue russische Labormodul "Nauka" beim Andocken die gesamte ISS von ihrer Flugbahn abgebracht, nachdem seine Triebwerke ungeplant gezündet hatten.

(N.Loginovsky--DTZ)

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