Deutsche Tageszeitung - Fall um verschwundene Gabby Petito hält die USA in Atem

Fall um verschwundene Gabby Petito hält die USA in Atem


Fall um verschwundene Gabby Petito hält die USA in Atem
Fall um verschwundene Gabby Petito hält die USA in Atem / Foto: ©

Wo ist Gabby? Die Frage hält die USA in Atem, nachdem die 22-jährige Gabrielle "Gabby" Petito auf einem Roadtrip mit ihrem Freund verschwand. Die Polizei sucht landesweit nach der jungen Frau, während ihr Partner schweigt - und nun auch verschwunden ist. Der 23-jährige Brian Laundrie, der von der Polizei in dem Fall als "Person von Interesse" geführt wird, werde seit Tagen vermisst, erklärte seine Familie.

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Sie hätten ihn seit Dienstag nicht mehr gesehen, gab die Polizei am Freitag bekannt und berief sich auf Aussagen der Familie Laundries. "Der Anwalt der Familie Laundrie hat am Freitagabend die Ermittler des FBI angerufen und mitgeteilt, dass die Familie über das Verschwinden ihres Sohnes sprechen möchte", heißt es in einer Erklärung.

Laundrie werde zwar als "Person von Interesse" im Zusammenhang mit Petitos Verschwinden geführt, "aber nicht wegen eines Verbrechens gesucht". Die Polizei arbeite nun an einem Fall "mit mehreren vermissten Personen", hieß es.

Petito und Laundrie, die gemeinsam in North Port in Florida lebten, waren im Juli mit einem Campervan zu einer Reise quer durch die USA aufgebrochen. Ihre Erlebnisse bei dem für vier Monate geplanten Abenteuer teilten sie in den Online-Diensten Instagram und Youtube, auf Aufnahmen waren ein lächelndes Paar und beeindruckende Landschaften zu sehen.

In einem Youtube-Video, das sie während ihrer Reise veröffentlichen, sind Petito und Laundrie zu sehen, wie sie sich zärtlich küssen, gemeinsam einen Sonnenuntergang genießen und an einem Strand spazieren gehen.

Laundrie kehrte laut Polizei aber schon am 1. September mit dem Fahrzeug nach North Port zurück - ohne Petito. Deren Familie meldete die 22-Jährige schließlich am 11. September als vermisst. Laundrie verweigerte ohne Angabe von Gründen die Aussage. Den letzten Kontakt mit ihrer Familie hatte Petito Ende August, als sie sich mutmaßlich im Grand Teton National Park im Bundesstaat Wyoming aufhielt.

Rund zwei Wochen zuvor war die Polizei im an Wyoming angrenzenden Bundesstaat Utah wegen eines möglichen Falls häuslicher Gewalt von dem Paar gerufen worden. Auf Aufnahmen der Körperkamera eines Polizisten ist Petito zu sehen, wie sie weinend einräumt, Streit mit ihrem Freund gehabt zu haben. Sie gibt auch an, unter psychischen Problemen zu leiden. Die Polizei verzichtete auf eine Anzeige, verpflichtete das Paar aber, eine Nacht getrennt zu verbringen.

Petitos Familie appellierte an Laundrie, der Polizei bei der Suche nach der 22-Jährigen zu helfen. Die Familie durchlebe "die schlimmste Zeit ihres Lebens", hieß es in einer Erklärung. "Ihre großartige 22-jährige Tochter wird vermisst, und der eine Mensch, der helfen kann, Gabby zu finden, weigert sich zu helfen." Auch die Polizei zeigte sich frustriert: "Zwei Menschen sind zu einer Reise aufgebrochen, ein Mensch ist zurückgekehrt, und er teilt mit uns keinerlei Informationen", sagte der Polizeichef von North Port, Todd Garrison.

Der Fall hat in den USA große Anteilnahme ausgelöst. Die Polizei bekam hunderte Hinweise. Im Zuge der Ermittlungen wurde auch der Van untersucht, mit dem das Paar unterwegs gewesen war.

(O.Tatarinov--DTZ)

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