Deutsche Tageszeitung - Hohe Haftstrafe für Mutter von missbrauchtem Jungen in Fall Münster gefordert

Hohe Haftstrafe für Mutter von missbrauchtem Jungen in Fall Münster gefordert


Hohe Haftstrafe für Mutter von missbrauchtem Jungen in Fall Münster gefordert
Hohe Haftstrafe für Mutter von missbrauchtem Jungen in Fall Münster gefordert / Foto: ©

Im Missbrauchskomplex Münster hat die Staatsanwaltschaft eine hohe Haftstrafe für die Mutter des immer wieder schwer sexuell missbrauchten Jungen gefordert. Beantragt wurde eine Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Jahren Haft unter anderem wegen der Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, wie ein Sprecher am Dienstag mitteilte. Sie soll gewusst haben, dass ihr damaliger Lebensgefährte Adrian V. ihren heute elfjährigen Sohn bei "unzähligen Gelegenheiten" missbrauchte.

Textgröße ändern:

Vom Vorwurf der aktiven Beteiligung am Missbrauch trat die Anklage zum Teil zurück. Diese sah sie nur noch in einem von drei Fällen als erwiesen an, wie der Sprecher erklärte. Die Verteidigung plädierte demnach auf sechs Jahre Haft wegen Beihilfe und eine milde Strafe wegen der übrigen Vorwürfe.

Die 32-Jährige hätte zuvor ein Teilgeständnis abgelegt. Darin räumte sie dem Sprecher zufolge ein, vom Missbrauch an ihrem Sohn durch ihren damaligen Lebensgefährten gewusst zu haben - allerdings erst ab Oktober 2019 und somit etwa ein Jahr später, als ihr die Staatsanwaltschaft vorgeworfen hatte. In ihrem letzten Wort habe die Angeklagte Reue gezeigt. "Sie hat gesagt, dass es ihr Leid tut", sagte der Sprecher.

Der Missbrauch soll überwiegend in der gemeinsamen Wohnung stattgefunden haben, wenn die Angeklagte nicht zu Hause war. In mehreren Fällen soll sie laut Staatsanwaltschaft anwesend gewesen sein, aber nicht eingegriffen haben.

Zahlreiche Reisen ihres Lebenspartners mit ihrem Kind oder diverse Treffen mit gesondert angeklagten Tatverdächtigen in Münster und anderen Städten soll sie geduldet haben. Während dieser Reisen beziehungsweise Treffen kam es laut Anklagevorwurf ebenfalls zu schweren sexuellen Missbrauchshandlungen des Lebensgefährten und anderer Männer an dem Jungen.

Entgegen ihrer gesetzlichen Verpflichtung als Mutter, ihr Kind zu beschützen, soll sie von den ihrem Partner vorgeworfenen Missbrauchshandlungen gewusst, diese aber nicht verhindert haben. Nicht nachzuweisen sei ihr jedoch, ob sie auch vom Missbrauch ihres Sohns durch andere Männer gewusst habe.

Ihr damaliger Lebensgefährte V. war bereits in einem gesonderten Verfahren zu 14 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Die Richter sahen es nach der Beweisaufnahme als erwiesen an, dass er und vier weitere angeklagte Männer Kinder schwerst sexuell missbraucht hatten. Unter anderem missbrauchten sie demnach Kinder zum Teil über Tage hinweg in einer Gartenlaube.

Beim Verfahren gegen die Angeklagte trat V. zwar in den Zeugenstand, machte aber keine Aussage. Die 32-jährige Mutter des heute elfjährigen Opfers befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Ein Urteil soll am 6. Oktober verkündet werden.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Schwere Schäden und dutzende Verletzte durch heftiges Erdbeben in Panama

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,7 hat in Panama schwere Schäden angerichtet und Panik ausgelöst. Mindestens 27 Menschen wurden nach Behördenangaben bei dem Erdstoß am Freitag verletzt, Todesopfer wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes nicht gemeldet. Der Internationale Flughafen von Panama-Stadt stellte den Betrieb vorübergehend ein.

Starkes Erdbeben in Panama: Mindestens 27 Verletzte und schwere Schäden

Bei dem schweren Erdbeben der Stärke 7,7 in Panama sind nach Angaben der Behörden mindestens 27 Menschen verletzt worden. Bislang gebe es keine Informationen über Todesopfer, sagte der Leiter des Katastrophenschutzzentrums, René García, der Nachrichtenagentur AFP. Das Beben brachte vor allem im Zentrum des Landes Gebäude zum Einsturz und beschädigte Straßen.

"Lebensbedrohlicher" Sturm: Hurrikan "Isaias" in Florida auf Land getroffen

Der Hurrikan "Isaias" ist im Nordwesten des US-Bundesstaates Florida auf Land getroffen und hat heftige Regenfälle und Stromausfälle mit sich gebracht. Der Wirbelsturm sei am Freitag (Ortszeit) nahe der Küstenstadt Destin auf Land getroffen, erklärte das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC). Es handele sich um einen "lebensbedrohlichen Sturm", der auch weiter im Landesinnern Sturzfluten verursachen könne. Für mehrere Küstenorte galten Evaukierungsanordnungen.

Drei Männer wegen Mordes an drei Surf-Touristen in Mexiko schuldig gesprochen

Zweieinhalb Jahre nach der Ermordung von drei Surf-Touristen aus den USA und Australien sind in Mexiko drei Männer schuldig gesprochen worden. Ein Gericht in Ensenada erklärte am Freitag (Ortszeit), die Angeklagten hätten die Gewalttat arglistig und mit Vorsatz begangen. Das Strafmaß gegen sie soll kommenden Freitag verkündet werden. Die Staatsanwaltschaft hatte 210 Jahre Haft gefordert, auch wenn die Höchststrafe in dem betreffenden Bundesstaat Baja California bei 60 Jahren liegt.

Textgröße ändern: