Deutsche Tageszeitung - Studie: Massives Korallensterben durch Klimawandel und Meeresverschmutzung

Studie: Massives Korallensterben durch Klimawandel und Meeresverschmutzung


Studie: Massives Korallensterben durch Klimawandel und Meeresverschmutzung
Studie: Massives Korallensterben durch Klimawandel und Meeresverschmutzung / Foto: ©

Fischerei mit Dynamit, die Verschmutzung der Meere, aber vor allem der Klimawandel haben laut einer umfassenden Studie in den vergangenen Jahren ein massives Korallensterben verursacht. Von 2009 bis 2018 seien 14 Prozent der weltweiten Korallenriffe abgestorben, ergab die größte jemals erstellte Untersuchung zu Korallenbeständen, die das Wissenschaftsnetzwerk Global Coral Reef Monitoring Network am Dienstag vorstellte.

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Besonders stark von dem Massensterben betroffen sind demnach die Korallen in Südasien und im Pazifik, rund um die arabische Halbinsel, sowie die Korallen vor der Küste Australiens. Paul Hardisty, Leiter des Australischen Instituts für Meereswissenschaften und einer der mehr als 300 an dem Bericht beteiligten Wissenschaftler, nannte den Klimawandel "die größte Bedrohung für die Riffe auf der Welt".

Die Weltmeere absorbieren dem Bericht zufolge mehr als 90 Prozent der durch Treibhausgasemissionen verursachten überschüssigen Hitze. Dies verursache lang anhaltende Hitzewellen, die viele Korallenarten überforderten. 1998 hatte der Untersuchung zufolge eine einzige Korallenbleiche acht Prozent des weltweiten Korallenbestands vernichtet.

Korallenriffe bedecken nur etwa 0,2 Prozent des Meeresbodens, sind aber Lebensraum für mindestens ein Viertal aller Meerestiere und -pflanzen. Hunderten Millionen Menschen dienen Korallen außerdem als Proteinlieferanten und Schutz vor Stürmen und Küstenerosion. Außerdem hängen zahlreiche Jobs im Tourismus von ihnen ab. Der Bericht beziffert den volkswirtschaftlichen Wert der Korallenriffe auf rund 2,7 Billionen Dollar (2,3 Billionen Euro) pro Jahr, davon 36 Milliarden Dollar im Tourismusbereich.

Das UN-Umweltprogramm (UNEP), das die Erstellung des Berichts unterstützte, rief zum Gegensteuern auf. "Seit 2009 haben wir weltweit mehr Korallen verloren, als Korallen in Australien leben", erklärte UNEP-Direktorin Inger Anderson. "Wir können die Verluste rückgängig machen, aber wir müssen jetzt handeln."

Seit dem vorindustriellen Zeitalter hat sich die Erde bereits um 1,1 Grad erwärmt. Der Weltklimarat IPCC rechnet in seinem jüngsten Bericht damit, dass sich die Erde bis zum Ende dieses Jahrzehnts bereits um 1,5 Grad erwärmt haben wird. Dies bedeute, dass 70 bis 90 Prozent der Korallen weltweit verschwinden würden. Bei einer Erderwärmung um zwei Grad könnte laut IPCC gerade einmal ein Prozent der Korallen überleben.

Die Berichtsautoren fanden bei ihrer Untersuchung aber auch Gründe für vorsichtigen Optimismus. "Manche Riffe haben eine bemerkenswerte Fähigkeit gezeigt, sich zu erholen", sagte Hardisty. Dies gebe "etwas Hoffnung für eine zukünftige Erholung zerstörter Riffe".

(A.Nikiforov--DTZ)

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