Deutsche Tageszeitung - Emir von Dubai ließ Handy seiner Ex-Frau ausspionieren

Emir von Dubai ließ Handy seiner Ex-Frau ausspionieren


Emir von Dubai ließ Handy seiner Ex-Frau ausspionieren
Emir von Dubai ließ Handy seiner Ex-Frau ausspionieren / Foto: ©

Dubais Emir Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum hat nach Angaben eines britischen Gerichts das Handy seiner Ex-Frau Prinzessin Haja Bint al-Hussein überwachen lassen. Wie der Londoner High Court in einem am Mittwoch veröffentlichen Urteil erklärte, gab der Emir während eines aufsehenerregenden Rechtsstreits grünes Licht für die Nutzung der Spähsoftware Pegasus, um die Mobiltelefone seiner Ex-Frau, ihrer Anwälte und anderer Vertrauter auszuspionieren.

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Der 72-jährige Scheich, der der Regierungschef der Vereinigten Arabischen Emirate ist, habe seine "ausdrückliche oder stillschweigende" Zustimmung zu dem Überwachungsversuch gegeben, erklärte das Gericht. Der Vorsitzende Richter Andrew McFarlane fügte hinzu, der Emir habe die Prinzessin "schikaniert und eingeschüchtert" - vor ihrer Flucht nach England und danach.

Die 47-jährige Prinzessin Haja, die sechste Frau des Emirs und Halbschwester des jordanischen Königs Abdullah II., hatte im Sommer 2019 international für Aufsehen gesorgt, als sie mit ihren zwei Kindern nach Großbritannien flüchtete. Als der Emir die Rückkehr der Kinder nach Dubai forderte, beantragte Prinzessin Haja das Sorgerecht. Sie forderte zudem, die Kinder unter Vormundschaft des Gerichts zu stellen. Für sich selbst beantragte sie Schutz vor Übergriffen.

Im vergangenen Jahr hatte McFarlane in einem anderen Urteil bereits festgestellt, dass der Emir die Entführung von zwei seiner Töchter angeordnet hatte, die aus einer anderen Ehe stammen. Der Vorwürfe von Prinzessin Haja hatte der Emir stets abgestritten.

Pegasus ist eine Spähsoftware des israelischen Unternehmens NSO Group, die unbemerkt auf Daten eines Telefons zugreifen und sie versenden kann. Eine im Juli veröffentlichte Recherche von 17 internationalen Medien hatte ergeben, dass mit Hilfe von Pegasus die Telefone von mindestens 180 Journalisten, 600 Politikern und 85 Menschenrechtsaktivisten in verschiedenen Ländern überwacht worden waren.

(N.Loginovsky--DTZ)

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